Die Verschiebung des Frachtverkehrs auf den Kurzstreckenseeverkehr, die Förderung von Innovationen und die Verbesserung der Qualität der Arbeitsplätze im Seeverkehr sind das Kernstück der neuen integrierten Meerespolitik der EU. Die Mitteilung hat weiterhin zum Ziel steigende CO2-Emissionen, die durch Aktivitäten auf See verursacht werden, zu senken, und das Problem der ökologischen Schäden an Ozeanen anzugehen.
Die Kommission hat am 10. Oktober 2007 eine Mitteilung für eine umfassende EU-Meerespolitik vorgelegt. Diese wird sich nicht nur auf die Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Seeindustrie und den Schutz der maritimen Umgebung konzentrieren. Sie wird weiterhin versuchen, den Herausforderungen des Klimawandels, der Energiesicherheit, der Migration und des Drogenhandels zu begegnen. Zu den wichtigsten Zielen über die nächsten zwei Jahre zählen:
- Die momentan abnehmende Zahl der Menschen, die bereit sind, im Seeverkehr tätig zu sein, wieder ins Positive zu wenden und die Erhaltung des Erbes von maritimem Wissen in Europa; dies soll hauptsächlich durch eine Mitteilung geschehen, die ebenfalls am 10. Oktober vorgestellt wurde; mithilfe von Sozialpartnern sollen derzeitige Ausschlüsse gewisser maritimer Sektoren von der EU-Gesetzgebung zu Beschäftigung und Sozialem neubewerten werden;
- Die Verschiebung des Verkehrs von verstopften Straßen auf den Kurzstreckenseeverkehr;
- Einen Beitrag zu leisten zum Kampf gegen den Klimawandel durch die Senkung der Treibhausgasemissionen aus dem Schiffsverkehr. Unter den Empfehlungen befindet sich ein Vorschlag, der vorsieht, Schiffe, die nicht ihre Motoren mit Benzin weiter laufen lassen, sondern landseitige Stromquellen verwenden während sie im Hafen liegen, teilweise oder vollständig aus einer Regelung auszunehmen. Die Mitteilung schlägt weiterhin vor, dass die EU einseitige Maßnahmen in Betracht zieht, um CO2-Emissionen zu senken, falls es den multilateralen Bemühungen im Rahmen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation nicht gelingt, Erfolge zu erzielen (EURACTIV vom 18. April 2007);
- Die Unterstützung der Entwicklung und der Erweiterung der 1 200 europäischen Häfen, um Europas wachsenden Seehandel in den Griff zu bekommen und um neue Grundlagen für Wachstum, Beschäftigung und regionale Entwicklung zu schaffen;
- Die erneute Bestätigung der führenden Position der EU innerhalb der Weltschifffahrt, hauptsächlich durch die Schaffung maritimer ‚Exzellenzzentren’ und durch die Förderung maritimer Forschung;
- Die Förderung von Innovationen, welche dazu beitragen, die Verschmutzung der Seegebiete zu vermindern und Unfälle im Seeverkehr zu verhindern;
- Die Ausnutzung von meeresbasierten, erneuerbaren Energietechnologien, und;
- Die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Wohlstands durch neue Formen der Freizeitgestaltung und des Tourismus im Bereich der Meeresindustrie, und;
- Strikteres Vorgehen bei illegalen und zerstörerischen Fischereipraktiken in Gewässern der EU, die zu einem Schwund der Fischbestände führen und dem Meeresboden schaden.

