EU-Investitionsbank gibt 350 Millionen für erste Batterie-„Gigafactory“

Ein Entwurf der geplanten "Gigafactory" in Schweden. [Photo: Northvolt]

Die Europäische Investitionsbank hat am Donnerstag ein Darlehen von 350 Millionen Euro an ein schwedisches Unternehmen vergeben. Dieses will mit den bisher „grünsten“ Akkus einen bedeutenden Anteil am globalen Batteriemarkt erobern.

Die Firma Northvolt baut derzeit seine „Giga-Fabrik“ in Nordschweden, wo das Unternehmen 100 Prozent erneuerbare Energie und lokal bezogene Rohstoffe zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien verwenden will. Diese sollen vorwiegend in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden.

Die EIB hatte bereits 2018 die Finanzierung eines Demonstrationsprojekts unterstützt. Offenbar hat dieses Projekt die Anstalt in Luxemburg davon überzeugt, gemeinsam mit dem Europäischen Fonds für Strategische Investitionen der EU (EFSI) nun noch wesentlich größere Darlehen zu gewähren.

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„Ich glaube, die Finanzierungsunterstützung der EIB für Northvolt ist ein Paradebeispiel dafür, wie unsere finanzielle und technische Sorgfaltsprüfungen dazu beitragen können, private Investoren für visionäre Projekte zu gewinnen,“ zeigte sich der Vizepräsident der Bank, Andrew McDowell, zufrieden.

Die EIB hatte sich bereits zuvor als großer Fan von Batterieprojekten erwiesen: Bereits im Mai hatte McDowell angekündigt, die EIB-Finanzierung für derartige Projekte werde in diesem Jahr eine Milliarde Euro übersteigen. Wenn alle diese Investitionen tatsächlich erfolgreich realisiert werden, dürfte sich die Batterie-Produktionskapazität in der EU mehr als verdoppeln.

Nach den Plänen von Northvolt wird die nun geplante Fabrik eine anfängliche jährliche Produktionskapazität von Batterien mit insgesamt 16 Gigawattstunden haben, die dann auf 40 GWh erhöht werden soll. Zum Vergleich: China, der mengenmäßig weltweit führende Produzent, produzierte 2019 Batterien mit insgesamt 230 GWh.

Kommission zufrieden

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission Maroš Šefčovič, der auch für die „Batterie-Allianz“ des Blocks zuständig ist, kommentierte, die EU sei auf dem Weg, dank der engen Zusammenarbeit zwischen seiner Institution und der EIB eine „globale Führungsrolle“ in diesem Sektor zu übernehmen.

„Durch die Unterstützung dieses hochmodernen Projekts bekräftigen wir auch unsere Entschlossenheit, die Widerstandsfähigkeit und strategische Autonomie Europas in Schlüsselindustrien und -technologien zu stärken,“ sagte der slowakische Beamte und lobte insbesondere das Streben des schwedischen Unternehmens nach einem „minimalen CO2-Fußabdruck“.

Es gibt ein Batterieleben nach dem Tod

Die EU will die heimische Batterieproduktion für E-Autos ankurbeln. Ziel ist es dabei, möglichst nachhaltige und recyclingfähige Akkus zu bauen.

Tatsächlich entwickelt sich Northvolt rasch zu einem Unternehmen, das sich in der EU als der führende Anbieter von „einheimischen“ Batterien etabliert. Dabei verfügt die Firma aktuell noch nicht über eine voll funktionsfähige Fertigungsstraße.

Dennoch: Mitte Juli schloss BMW einen Liefervertrag über zwei Milliarden Euro ab, während Volkswagen zugestimmt hat, eine weitere Fabrik in Norddeutschland zu finanzieren.

An der Regulierung der Batterieproduktion auf EU-Ebene muss indes noch gearbeitet werden: Später in diesem Jahr sollen die politischen Entscheidungsträger des Blocks eine Überprüfung der Vorschriften für den Bau von Antriebsaggregaten sowie der Recyclingstandards einleiten.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Tim Steins]

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