EU führt Verhaltenskodex für Nanotechnologie ein [DE]

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Die Kommission wird einen freiwilligen Verhaltenskodex für eine verantwortungsbewusste Forschung im Bereich der Nanotechnologie bis Ende des Jahres 2007 vorlegen. Denn mangelnde wissenschaftliche Kenntnisse über die Risiken der Nanotechnologie verhindern die Entwicklung spezifischer Gesetzgebung in diesem Bereich.

Die Kommission hat am 19. Juli 2007 eine Konsultation über einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Forschung im Bereich der Nanowissenschaften und –technologien gestartet. Sie will damit Beiträge für eine spezifische Empfehlung sammeln, welche die Kommission bis Ende des Jahres 2007 plant, vorzulegen.

Nanotechnologische Produkte werden bereits in Bereichen wie Lebensmittel, Elektronika und Kosmetika massenhaft hergestellt. Die politische Debatte über die Regulierung von Nanotechnologien befindet sich erst am Anfang. Ein Mangel an wissenschaftlichen Kenntnissen und das Fehlen von Beweisen zu gesundheitlichen und sicherheitsbezogenen Risiken der Nanotechnologie machen eine Regulierung jedoch unmöglich.

Obwohl bisher keine Regierung weltweit eine spezifische Regulierung für Nanotechnologie entwickelt hat, sind sich alle einig, dass mehr Forschung über Gesundheits- und Umweltrisiken, die von Nanopartikeln ausgehen, notwendig ist, um sicher zu stellen, dass Nanotechnologie-Unternehmen in Zukunft nicht von Katastrophen mit einem ähnlichen Ausmaß wie die Asbestverseuchung heimgesucht werden. Die EU untersucht derzeit zur Festlegung des Rechtsrahmens, ob Nanotechnologien bereits anderweitig durch Gemeinschaftsrecht abgedeckt werden.

Die Anhörung zum Verhaltenskodex fordert Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Medien sowie die allgemeine Öffentlichkeit auf, ihre Meinungen zu äußern zur künftigen Handhabung dieses wachsenden Wissenschaftsbereichs, der Probleme und Fragen hinsichtlich der Ethik und Grundrechte von Individuen, wie dem Schutz der persönlichen Daten, aufwirft.

„Der heute begonnene Konsultationsprozess zeigt die Entschlossenheit der Kommission, das in den Nanowissenschaften steckende Potential mit der gebotenen Vorsicht zu entwickeln“, sagte der Kommissar  für Wissenschaft und Forschung, Janez Poto?nik. 

Nach Angaben der Kommission werde der künftige Kodex die Mitgliedstaaten, die Industrie, Universitäten, finanzierende Organisationen, Forscher und andere Entscheidungsträger dazu auffordern, seinen Prinzipien zu folgen, welchen die Kommission selbst innerhalb der EU-Forschungsprogramme und -politiken auch nachkommen würde.

Der Entwurf eines europäischen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Nanowissenschaften und -technologien ist Teil der „Bemühungen der Europäischen Kommission um die Förderung einer ausgewogenen Verbreitung der Informationen über Nanotechnologie und des offenen Dialogs“. Der Kodex war im Aktionsplan für Europa 2005-2009 zu Nanowissenschaften und Nanotechnologien angekündigt worden.

Die Konsultation ist bis zum 21. September 2007 geöffnet.

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