Die meisten Netzwerke fallen auseinander sobald die EU-Finanzierung verschwindet, laut einem Bericht des European Court of Auditors. Milliarden Euro werden in Forschungsnetzwerke gesteckt, in der Hoffnung, dass sie weiterhin betrieben werden, nach Ende der EU-Finanzierung, wenige jedoch bleiben erhalten, heißt es.
Der kritische Bericht wurde heute vom Rechnungshof veröffentlicht und besagt dass das Vorzeigeprojekt des EU-Forschungsprojekts 17 Milliarden Euro, fast die Hälfte seines Budgets, für zwei Arten europäischer Projekte ohne klare Ziele, verwendet.
Der Bericht wird wahrscheinlich Spannungen zwischen dem Rechnungshof und der Europäischen Kommission hervorrufen.
Der Rechnungshof fordert die EU-Exekutive auf „eine Interventionslogik zu entwickeln“ – und ein einziges Ziel zu setzen – vor der Sicherung teurer Forschungsnetzwerke. Jedoch antwortete die Kommission, dass ihre Arbeit „immer schon auf einer soliden Interventionslogik“ gegründet war.
Der Bericht befasst sich mit FP6, das 2006 endete und weist auf einige positive Ergebnisse aus den EU-Ausgaben für die Exzellenz-Netzwerke (EN) hin, und sagt, dass neues Wissen kreiert wurde und die Qualität der Arbeit generell sehr gut war.
Eine Umfrage zeigte, dass Teilnehmer der Netzwerke mit dem Ergebnis ihrer Arbeit, welche durch das EU-Programm finanziert wurde, zufrieden waren.
Exzellenz-Netzwerke „nicht nachhaltig“
Die wichtigste Aussage des Rechnungshofes betrifft die langfristige Rentabilität der Netze durch FP6. Das Programm versagte, zusätzliche öffentliche und private Gelder zu gewinnen.
„Nur eine Minderheit der Netzwerke bewegte sich überzeugend in Richtung einer selbsterhaltenden Integration mit Aussichten für eine längere Zeit, auch nach Ende der EU-Finanzierung“, so Massimo Vari, ein Mitglied des Rechnungshofes.
Er fragte, ob dieses Ziel überhaupt realistisch war und sagte, dass eine weitere Finanzierung eine Option sei, bei der nachhaltige Integration immer noch möglich sei.
In seiner Antwort schrieb die Kommission, dass die Möglichkeit einer Förderung von „bestimmten viel versprechenden EN“ im Rahmen des RP7 stattfindet.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die Lebensfähigkeit dieser Forschungsnetzwerke in Frage gestellt wird. Teilnehmer der Netzwerke warnten, dass erfolgreiche Netzwerke zusammenbrechen würden, sobald die EU-Finanzierung ausfallen würde.
KMU-Beteiligung bleibt gering
Der so genannte Marimon-Bericht im Jahr 2004 wies darauf hin, dass FP6-Programm klarere Ziele benötigte und die Netzwerke freundlicher gegenüber kleinen- und mittleren Unternehmen sein müssten.
Im Einklang mit der breiter angelegten EU-Unternehmenspolitik sind 15% der Forschungsmittel für KMU bestimmt. Dies verursachte jedoch ein Problem aufgrund der teuren und zeitaufwändigen Verwaltungsverfahren.
Der Rechnungshof sagte, rund 10%der Finanzierung war tatsächlich für kleine Unternehmen bestimmt.
Ein weiteres Hindernis ist die Verpflichtung bereits bestehendes geistiges Eigentum mit anderen Teilnehmern der Netzwerke zu teilen. Die Europäische Kommission sagte, einiger dieser Problem wären in FP7 angewendet worden.
Der Rechnungshof empfiehlt, dass die Kommission die Verwaltung der Projekte verbessert und das Verfahren beschleunigt. Er will auch FP7 unter Verwendung des SMART-Systems zur Festsetzung der Ziele und Messung der Leistung sehen.
Daraufhin wies die Kommission die Verwendung des SMART-Systems von sich, da die Forschungsprogramme nicht zu „ihren strengen Definitionen“ passen würden.

