Die Gipfelteilnehmer haben sich in Brüssel im Großen und Ganzen darauf beschränkt, die Lissabon-Ziele zu bekräftigen. Außerdem legten sie neue Ziele zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit fest.
Die EU-Chefs einigten sich auf die folgenden Punkte:
Arbeitslosigkeit: Vor dem Hintergrund des wachsenden internationalen Wettbewerbdrucks, alternder Bevölkerungen, steigender Ölpreise und der Notwendigkeit, die Energieversorgung zu sichern, einigten sich die EU-Chefs darauf, im Zeitraum 2005-2007 sechs Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitslosigkeit damit bis 2007 von 9 % (Ende 2004) um 1 % zu senken.
Die Gipfelteilnehmer betonten, dass die Bemühungen zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit verstärkt werden müssten. Sie beschlossen daher, „den Anteil der Schulabbrecher auf 10 % zu verringern“. Und weiter heißt es in einer Erklärung der österreichischen Ratspräsidentschaft: „Zudem soll jedem arbeitslosen Schulabgänger bis Ende 2007 innerhalb von sechs Monaten eine Arbeitsstelle, eine Lehrstelle, eine Weiterbildung oder eine andere berufsvorbereitende Maßnahme angeboten werden. Bis 2010 sollen diese sechs Monate auf vier verkürzt werden“.
Mittelständische Betriebe: Der Europäische Rat hat betont, dass insbesondere für kleine und mittlere Betriebe ein günstigeres Geschäftsumfeld geschaffen werden müsse, und fordern daher einen Regulierungsrahmen, der einfach, transparent und leicht anzuwenden ist.
Unternehmertum: „Zur Förderung und Unterstützung der Klein- und Mittelbetriebe hat der Europäische Rat unter anderem bis 2007 die Verankerung des „one-stop-shop“- Prinzips beschlossen. Ebenso soll angestrebt werden, dass bis Ende 2007 überall in der EU ein Unternehmen innerhalb einer Woche gegründet werden kann“, heißt es in einer Zusammenfassung der österreichischen Ratspräsidentschaft.
Die Mitgliedstaaten werden aufgerufen, diesbezügliche Maßnahmen zu verstärken, indem Unternehmertum und Unternehmergeist bereits während der Schulbildung und der beruflichen Bildung gefördert werden.
Dienstleistungsrichtlinie: Die Gipfelteilnehmer gaben auf Grundlage des jüngsten Parlamentsbeschlusses grünes Licht für die Dienstleistungsrichtlinie. Der Europäische Rat äußerte die Hoffnung, dass die Institutionen die Dienstleistungsrichtlinie nun bald verabschieden könnten. Es werde erwartet, dass die Kommission ihren Vorschlag entsprechend des Ausgangs der ersten Lesung im Parlament überarbeite.
Übernahmen im Energiebereich: Die jüngsten Übernahmeversuche, an denen französische, spanische und polnische Unternehmen beteiligt sind, und die Abwehrmaßnahmen, die einige Mitgliedstaaten ergriffen haben, standen nicht offiziell auf der Tagesordnung. Dennoch prägten die Spannungen unterschwellig die Stimmung zwischen den Gipfelteilnehmern.

