Das “Wiedererlernen” von Bildung im Zeitalter der KI

Teilnehmer des Weltinnovationsgipfels für Bildung, der vom 20. bis 21. November in Doha (Katar) stattfand. [WISE/Qatar Foundation]

Nachdem jahrzehntelang darüber diskutiert wurde, wie und was in den Klassenzimmern unterrichtet werden soll, liegt der Schwerpunkt nun verstärkt auf der Umsetzung, sagten Experten auf der Konferenz des World Innovation Summit for Education (WISE) in Doha, die vom 19. bis 21. November von der Qatar Foundation ausgerichtet wurde.

Minister und Bildungsexperten diskutierten in Doha, wie sie die Vorteile der digitalen Revolution nutzen können, da sich neue Herausforderungen aus der Ausbildung von Studenten auf der ganzen Welt im Zeitalter der künstlichen Intelligenz ergeben.

Die OECD-Länder geben im Durchschnitt 4,5 Prozent ihres BIP für Bildung aus. Im Jahr 2017 beliefen sich die öffentlichen Bildungsausgaben in der EU auf insgesamt 715 Milliarden Euro, was 4,6 Prozent des BIP entspricht.

Gleichzeitig verändert sich die Bildung selbst, um sich an einen sich verändernden Planeten anzupassen.

In einer zunehmend unsicheren und instabilen Welt wird von den Bürgern erwartet, dass sie lebenslang lernen, um für einen sich schnell verändernden Arbeitsmarkt, der durch Maschinen aus der Fassung gebracht wird, relevant zu bleiben.

In Europa und anderswo wird die Gesellschaft durch neue Technologien, einschließlich Big Data und maschinelles Lernen, verändert.

Das neue Mantra heißt „Umschulungs-“ und „Weiterbildungskompetenz“.

Ethische künstliche Intelligenz? Experten sehen viele "kritische" Bereiche

Eine Expertengruppe der EU-Kommission hat in ihrem Bericht über „Ethik und künstliche Intelligenz“ auf diverse kritische Fragen hingewiesen.

KI-Potenzial

„Künstliche Intelligenz kann Bildung zugänglicher und personalisierter machen“, sagte Max Tegmark, Mitbegründer des Future of Life Institute. Es verbirgt aber auch eine dunklere Seite, da es Lehrer ersetzen oder zur Kontrolle von Schülern verwendet werden könnte, warnte er.

„Ich bin optimistisch, was das Potenzial der KI betrifft“, fügte er hinzu, „aber wir müssen wirklich dafür arbeiten“.

Für Tegmark sollte eine der Prioritäten darin bestehen, nicht nur eine moralisch rote Linie zu ziehen, sondern auch eine rechtliche Vereinbarung darüber zu treffen, was erlaubt und was nicht erlaubt sein sollte.

Der digitale Wandel im traditionsreichen Sektor der Schulen und Universitäten zwingt die Entscheidungsträger, „reaktionsschneller und agiler“ zu sein, um ihre Politik während der Umsetzungsphase anzupassen und sicherzustellen, dass die von ihnen gewünschte Wirkung tatsächlich erzielt wird.

Dies war eine der Hauptideen, die bei einem Ministergespräch mit hochrangigen Regierungsvertretern aus Europa, Asien und Afrika am Rande der Konferenz unter den Regeln des Chatham House entstanden sind (die Informationen könnten verwendet, aber nicht der Quelle zugeschrieben werden).

Künstliche Intelligenz und europäische Werte

Die Debatte um Künstliche Intelligenz dreht sich nicht nur um technische Fragen, sondern auch um ethnische. In der EU trägt dazu wesentlich der EWSA bei, der Anfang der Woche ein „Stakeholder-Gipfel“ zum Thema durchführte.

Lange Liste der Herausforderungen

Trotz gut ausgearbeiteter und evidenzbasierter Strategien stellten die Teilnehmer die lange Liste der Herausforderungen bei der Umsetzung von Bildungsplänen fest.

Dazu gehören die Widerstandsfähigkeit der Lehrer gegen Veränderungen, Kommunikationslücken mit den Interessengruppen bei der Umsetzung von Strategien oder unzureichende Ressourcen. In einigen Fällen wird die mangelnde Bereitschaft in den Ministerien deutlich, wie die Teilnehmer sagten, da Beamte nicht über die Fähigkeiten des Privatsektors verfügen, sich mit dem Projektmanagement zu befassen. 

Regierungen von Bulgarien bis Nepal teilten nicht nur ihren Konflikt mit bekannten Hindernissen, sondern auch ihre Bereitschaft, neue Technologien zu nutzen.

Für Moina Fauchier, Autorin von „L’enfant dans la nautre“, besteht die Lösung, um zu verlernen und neu zu lernen, was es bedeutet, Mensch im digitalen Zeitalter zu sein, vielleicht nicht darin, Kinder mehr Bildschirmen auszusetzen, sondern sie zurück in die Natur zu bringen.

Künstliche Intelligenz – ein Fall für das Völkerrecht

Der Gedanke, Roboter für uns arbeiten zu lassen, ist verlockend. Doch was, wenn die Maschinen irgendwann intelligenter und effektiver sind als die Menschen? Künstliche Intelligenz muss reguliert werden.

Spielen in der Natur

„Immer mehr Neurowissenschaftler sprechen über die Bedeutung des Spielens in der Natur. Wir müssen nicht nur über die Bedeutung von Nachhaltigkeit unterrichten, unsere Kinder müssen es auch lernen, indem sie sich schmutzig machen.“

WISE, das die Experten in Doha zusammenbrachte, ist eine „Plattform zum Aufbau von Partnerschaften“ und zur Bewältigung einiger Herausforderungen im Bildungsbereich, sagte ihr CEO Stavros Yiannouka vor einer von der Organisation eingeladenen Journalistengruppe.

Katars Fokus auf Bildung ist nicht nur mit seinen Soft-Power-Bemühungen verbunden, die kleine Golfnation auf die Weltkarte zu bringen, sondern auch mit dem Bestreben, die energieabhängige Wirtschaft zu einem Brain-Power-Player zu machen.

Das Land, das derzeit von seinen Nachbarn blockiert wird, hat noch viel Nachholbedarf. Im Jahr 2015 rangierte sie unter den letzten Zehn des OECD PISA-Index zur Bewertung von Bildungssystemen.

EU-Kommission will 1,5 Milliarden Euro für Künstliche Intelligenz ausgeben

Die EU-Kommission will in den nächsten drei Jahren 1,5 Milliarden Euro in Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz investieren. Kritiker monieren, China und die USA seien weiter.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Britta Weppner]

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.