Dänemark: 70 Prozent weniger Tote durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in der EU. Foto: EP

Zwischen 1985 und 2009 ist die Zahl der durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten Todesfälle in Dänemark um 70 Prozent zurückgegangen. Das ist ein stärkerer Rückgang als in jedem anderen EU-Mitgliedsstaat. Ursache könnte ein seit 2003 bestehendes Verbot von Transfettsäuren sein. EURACTIV Brüssel berichtet.

Mehr als 46 Prozent der Todesfälle gehen in Europa auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Damit sind sie die häufigste Todesursache. Im Falle Dänemarks könnten auch veränderte Rauchgewohnheiten, bessere Ernährung oder mehr Sport zu dem starken Rückgang geführt haben. Dennoch müsse auch ein Verbot der Transfettsäuren in Nahrungsmitteln in Erwägung gezogen werden, sagt Steen Stender von der Biochemie-Abteilung eines Kopenhagener Krankenhauses. „2003 hat Dänemark als erstes Land der Welt Transfettsäuren verboten. Forschungen zufolge sorgt der Verzehr von mehr als fünf Gramm Transfettsäuren pro Tag für ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt er. 

Primus inter pares

Stender betont, dass die beiden anderen skandinavischen Länder, Norwegen und Schweden, in Gesundheitsstatistiken normalerweise besser abschneiden. Allerdings gibt es kein Transfettsäuren-Verbot in diesen Ländern, und Dänemark hat im Bereich Gesundheit und bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen nun plötzlich die Führung übernommen. Bei anderen, für die Gesundheit wichtigen Faktoren wie Rauchen, Ernährung und Bewegung, liegen die drei Länder gleichauf.

Die EU-Kommission wollte die Regelung verbieten

Die dänische Gesetzgebung schreibt eine Obergrenze für Transfettsäuren in verarbeiteten Lebensmitteln vor. In Ölen, Fetten und Nahrungsmitteln darf der Anteil von Transfettsäuren zwei Gramm pro hundert Gramm Fett oder Öl nicht überschreiten. Die EU-Kommission hat 2005 ein Verfahren gegen Dänemark eingeleitet, weil es aus ihrer Sicht den Binnenmarkt behinderte. Die dänische Regelung würde in großen Anpassungsschwierigkeiten für die Nahrungsmittelindustrie, insbesondere für Nahrungsmittelketten, resultieren. Die dänische Regierung antwortete, dass die Gesetzgebung aus Gesundheitsgründen legitim sei. 2007 hat die Kommission das Verfahren eingestellt. Sie begründete ihren Schritt damit, dass die Fastfood-Ketten nach dänischem Recht gleich behandelt würden. 

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