Apple stoppt den Verkauf in Russland als Reaktion auf die Invasion in der Ukraine

Zuvor hatte Apple den Verkauf in der Türkei aufgrund des Einbruchs der türkischen Lira Ende 2021 vorübergehend eingestellt. [PlumTree Studio/Shutterstock]

Als Reaktion auf den von Russland angezettelten Krieg gegen die Ukraine wird Apple den Verkauf seiner Produkte auf russischem Boden einstellen. Das gab der iPhone-Hersteller am Dienstag (1. März) bekannt und schloss sich damit mehreren anderen Tech-Unternehmen an, die ähnliche Schritte unternommen haben. EURACTIV Frankreich berichtet.

Apple hat den Verkauf aller seiner Produkte in Russland gestoppt und sein Online-Store geschlossen, wie es auf der russischen Website von Apple heißt. Apple hat keine physischen Läden in dem Land.

In seiner Erklärung teilte das Unternehmen außerdem mit, dass es bereits seit letzter Woche keine Geräte mehr in das Land exportiert.

Der Analyst Gene Munster von der Investmentfirma Loup Ventures schätzte in den Kolumnen der amerikanischen National Public Radio, dass Russland etwa 2 Prozent des weltweiten Umsatzes von Apple ausmacht, was fast 7 Milliarden Dollar entspricht.

Zuvor hatte Apple den Verkauf in der Türkei aufgrund des Einbruchs der türkischen Lira Ende 2021 vorübergehend eingestellt.

Die Ankündigung erfolgte, nachdem der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Mykhailo Fedorov einen offenen Brief an Apple-CEO Tim Cook geschickt hatte. Cook wurde darin aufgefordert, „das Sanktionspaket der US-Regierung zu unterstützen“ und „alles zu tun, um die Ukraine zu schützen“.

Apple teilte außerdem mit, dass es seinen mobilen Bezahldienst Apple Pay „eingeschränkt“ habe, ohne näher darauf einzugehen, was das konkret bedeutete.

Das Unternehmen deaktivierte auch bestimmte Funktionen von Apple Maps in der Ukraine, wie zum Beispiel die Meldung von Live-Vorfällen, „als Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahme für ukrainische Bürger:innen“.

RT und Sputnik

Im Vorgriff auf ein Verbot, das am Mittwoch im EU-Amtsblatt veröffentlicht wurde, kündigte Apple außerdem eine Sperrung der Apps der pro-russischen Medien Russia Today (RT) und Sputnik an. Die Apps können jetzt nicht mehr im App Store heruntergeladen werden.

Dieser Schritt reiht sich ein in die Liste von Maßnahmen, die von digitalen Plattformen in den letzten Tagen ergriffen wurden. Unter dem Druck der Politik haben die Tech-Riesen ihre Bemühungen zur Eindämmung von Desinformation aus Moskau verstärkt.

So kündigte Google am Dienstag an, die YouTube-Kanäle von RT und Sputnik in Europa zu sperren, einen Tag nachdem die Facebook-Muttergesellschaft Meta angekündigt hatte, den Zugang zu den Konten der beiden Medien auf ihren Social-Media-Plattformen zu beschränken. TikTok, ein soziales Netzwerk für den Austausch von Videoinhalten, verfolgt die gleiche Strategie.

Microsoft kündigte außerdem an, die RT- und Sputnik-Apps aus dem Windows App Store zu entfernen und ihre Inhalte nicht mehr auf seinem Nachrichtenportal MSN.com anzuzeigen.

„Wir werden die Situation weiterhin bewerten und sind mit den betroffenen Regierungen über die Schritte, die wir unternehmen, im Gespräch“, sagte ein Apple-Sprecher.

Online-Plattformen gehen Bekämpfung russischer Kriegspropaganda an

Einige der größten Tech-Plattformen der Welt führen beispiellose Maßnahmen durch, um die vom Kreml gesponserten Desinformationen im Zusammenhang mit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine einzudämmen. 

[Bearbeitet von Luca Bertuzzi/Zoran Radosavljevic]

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