5G-Auktion: Etablierte Netzbetreiber gegen Neueinsteiger

Die Bundesnetzagentur hat heute den Startschuss für die Versteigerung der 5G-Frequenzen gegeben. [EPA-EFE/ARMANDO BABANI]

Die Auktion der neuen 5G-Frequenzen ist in die erste Runde gegangen. Dabei haben die Bieter bereits deutliche Signale gesendet: Der Neueinsteiger 1&1 Drillisch, gibt ein aggressives erstes Gebot ab. Die Etablierten wollen seinen Markteintritt verhindern.

Eine Auktion wie diese findet nur alle paar Jahre statt: Seit heute Vormittag, 19. März, bieten vier deutsche Mobilfunkbetreiber um die Vergabe der Frequenzblöcke für 5G – das neue Wundernetz, das den Internetzugang in den nächsten Jahren deutlich beschleunigen soll und damit den Einsatz vieler Technologien erst möglich macht, etwa selbstfahrende Autos oder medizinische Operationen aus der Ferne.

Drei der vier Mobilfunkanbieter sind bereits etablierte Unternehmen: Telefónica, Telekom und Vodafone. Der vierte Bieter ist der Marktneueinsteiger 1&1 Drillisch. Nach den ersten beiden Runden der Auktion scheint bereits klar: Die drei Platzhirsche versuchen, den Einstieg des Neuen zu verhindern, so die Einschätzung von Vitali Gretschko, Experte für Auktionen und Leiter der Forschungsgruppe „Marktdesign“ am ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim.

5G-Auktion: Das Rennen um das Netz der Zukunft

Heute beginnt das Wettbieten um die Vergabe der 5G-Frequenzen in Deutschland. Aus dem Ausland beobachtet man vor allem Deutschlands Kurs im Streit rund um Aufträge an den chinesischen Telekom-Riesen Huawei.

Sobald Drillisch aus der Auktion aussteigt, scheint es keinen Konflikt mehr zwischen den anderen Bietern zu geben. Wenn es so weitergeht wie in den ersten Runden, werden sie nach dem Ausscheiden Drillischs nicht mehr versuchen, sich um jeden Preis zu übertrumpfen. Vielmehr setzen sie ihre Gebote dann so, wie sich die Verteilung der Frequenzen unter ihnen genau ausgehen könnte und die Auktion schnell zu Ende geht, so Gretschko zu EURACTIV.

Drillisch, auf der anderen Seite, hat in den ersten Runden signalisiert, dass es in der Auktion entschieden mitspielen will. „Drillisch hat das erste Gebot ziemlich aggressiv gesetzt“, sagt Gretschko. So hätte das Unternehmen im 2 GHz-Bereich fünf Million Euro und 1,7 Millionen im 3 GHz-Bereich bieten müssen. Beide Untergrenzen überschritt es um rund 20 Millionen. Das sei ein typisches Signal, eine bestimmte Frequenzausstattung auf jeden Fall haben zu wollen, sagt der Ökonom.

Zur Vergabe stehen 41 Frequenzblöcke – zwölf Paare zu je 5 MHz im 2-GHz-Spektrum, 18 Blöcke zu 10 MHz, einer zu 20 MHz ab 3,4 GHz, sowie 10 Blöcke ab 3,6 GHz.

Die aktuellen Ergebnisse werden auf der Seite der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

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