5G-Auktion endet bei 6,5 Milliarden

Die Auktion um die 5G-Frequenzen ist beendet. Damit geht es jetzt um den Ausbau des neuen Netzes. [EPA-EFE/EMILIO NARANJO]

Es war die längste Frequenzauktion, die Deutschland je hatte. Die 5G-Auktion bringt dem Bund mehr als erwartet. Die Konzerne hätten sich einiges sparen können. EURACTIVS Medienpartner Der Tagesspiegel berichtet.

Die Versteigerung der 5G-Frequenzen ist beendet. Die vier Provider – die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch – bezahlen für die 5G-Frequenzblöcke insgesamt 6,55 Milliarden Euro. Fachleute hatten vor Beginn der Auktion nur mit 3 bis 5 Milliarden Euro gerechnet. Mit dem Ende der Auktion wurde ein wichtiger Meilenstein zur Einführung der fünften Mobilfunkgeneration (5G) erreicht.

Mit 497 Runden und mehr als 12 Wochen war es die längste Frequenzauktion in Deutschland, die jemals stattfand. Neueinsteiger Drillisch darf sich gleichermaßen als Verlierer und Gewinner fühlen: Einerseits endete die Auktion nur, weil das Unternehmen auf den letzten umkämpften Frequenzblock im 3,6 GHz-Bereich verzichtete. Bereits in Runde 191 war die Verteilung der Frequenzen mit dem jetzigen Endergebnis identisch – hätte Drillisch zu diesem Zeitpunkt zurückgesteckt, hätten alle vier Bieter gemeinsam über 1,2 Milliarden Euro gespart.

5G-Auktion: Das Rennen um das Netz der Zukunft

Heute beginnt das Wettbieten um die Vergabe der 5G-Frequenzen in Deutschland. Aus dem Ausland beobachtet man vor allem Deutschlands Kurs im Streit rund um Aufträge an den chinesischen Telekom-Riesen Huawei.

Am meisten zahlt die Telekom

Dennoch hat der Neueinsteiger sein Ziel erreicht und genug eigene Frequenzen ersteigert, um in Zukunft ein eigenes Mobilfunknetz zu betreiben. Damit wird es nach dem Ende von E-Plus wieder einen vierten Netzanbieter in Deutschland geben.

Am meisten zahlt die Deutsche Telekom, und zwar rund 2,17 Milliarden Euro. Vodafone zahlt 1,88 Milliarden Euro und Telefónica 1,42 Milliarden Euro. Drillisch muss 1,07 Milliarden Euro berappen. Das Geld geht an den Bund, der es in den für 5G notwendigen Glasfaserausbau stecken will. Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach nach dem Ende der Auktion von einem „Startschuss für 5G in Deutschland“. „Ich freue mich, dass vier Unternehmen Frequenzen ersteigert haben und beim 5G-Netzausbau in Wettbewerb treten“, erklärte der Behördenchef. „Die Frequenzen sollen nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden.“ Auch TelefónicaDeutschlandchef Markus Haas zeigte sich zufrieden: „Wir haben in der Auktion ein gutes Ergebnis erzielt.“

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