Vermittlungstreffen: Baerbock empfängt Außenminister von Aserbaidschan und Armenien

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Beide Seiten einigten sich darauf, "die bestehenden Meinungsverschiedenheiten und offenen Fragen ausschließlich auf friedlichem Wege und ohne Anwendung von Gewalt zu lösen", so ein Sprecher der Bundesregierung. [EPA-EFE/CLEMENS BILAN]

Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien schwelt seit Jahrzehnten und flackert immer wieder auf. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock will in dem Konflikt vermitteln und trifft ihre armenischen und aserbaidschanischen Amtskollegen deshalb am Mittwoch und Donnerstag.

Die beiden Länder streiten sich seit Anfang der 1990er Jahre über den Status der Region Berg-Karabach.

Mitte 2023 brach erneut eine Gewaltwelle aus, als die aserbaidschanischen Streitkräfte einen Angriff auf das Gebiet starteten, es zurückeroberten und die verbliebene armenische Bevölkerung aus dem Gebiet vertrieben.

Deutschland unternimmt nun einen weiteren Versuch zur Versöhnung der beiden ehemaligen Sowjetstaaten.

Deutschland und Europa seien „nach Kräften bereit“, ein Friedensabkommen zu unterstützen, teilte das Außenministerium am Dienstag mit.

Die Gespräche zwischen Baerbock, dem armenischen Außenminister Ararat Mirzoyan und dem aserbaidschanischen Außenminister Jeyhun Bayramov sollen hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Das Engagement Berlins geht auf einen Besuch Baerbocks im November zurück, als sie den beiden Ländern Unterstützung bei den Friedensgesprächen anbot.

Auf Baerbocks Angebot hin arrangierte Bundeskanzler Olaf Scholz vor zwei Wochen ein kurzes trilaterales Treffen auf der Münchner Sicherheitskonferenz, an dem auch der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew und der armenische Premierminister Nikol Paschinjan teilnahmen.

Beide Seiten einigten sich darauf, „die bestehenden Meinungsverschiedenheiten und offenen Fragen ausschließlich auf friedlichem Wege und ohne Anwendung von Gewalt zu lösen“, so ein Sprecher der Bundesregierung anschließend.

Ein Sprecher des armenischen Außenministeriums bestätigte am Montag in den sozialen Medien, dass das Treffen auf der Grundlage „der bei den trilateralen Gesprächen in München getroffenen Vereinbarung“ stattfinden werde.

Die Lage in Berg-Karabach bleibt kompliziert.

Die Region liegt zwischen Armenien und Aserbaidschan und wird international als Teil von Aserbaidschan anerkannt. Während des Ersten Karabach-Krieges von 1992 bis 1994 erlangten die Armenier jedoch die Kontrolle über das Gebiet, das von einer großen armenischen Bevölkerung bewohnt wurde.

Aserbaidschan eroberte 2020 Teile des Gebiets zurück und nahm es drei Jahre später schließlich ganz ein, was die ansässigen Armenier zur Flucht veranlasste.

Obwohl der Gebietsstreit damit de facto beigelegt ist, haben die Länder noch kein offizielles Friedensabkommen ausgehandelt.

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