Am Montag schlagzeilte noch eine österreichische Boulevardzeitung: "Bespitzelte Obama Faymann?". Gestern spätabends hieß es von Außenminister Michael Spindelegger, dass aufgrund einer Prüfung aller vorliegenden Informationen durch das Innenministerium zwar keine österreichischen Regierungsmitglieder im Focus des US-Geheimdienstes standen, sehr wohl aber EU-Ratssitzungen, in die ja auch Österreich eingebunden ist. Bereits gestern hatte sich Spindelegger in Rahmen einer EU-akkordierten Aktion den Botschafter der USA in Wien, William Eacho, ins Ministerium zitiert, die Besorgnis Österreichs angesichts der in den Medien erhobenen Vorwürfe ausgedrückt und wörtlich von einer "schweren Verstimmung" der Beziehungen der EU-Ländern mit den USA gesprochen. Aufgrund des Umfanges der aufegeflogenen Spionagetätigkeit und täglich neuer Enthüllungen forderte der Außenminister eine rasche Aufklärung. Eacho, der bereits in Kürze von der neuen Botschafterin Alexa Wesner, einer eifrigen Spendensammlerin für den Wahlkampf von US-Präsident Obama, abgelöst werden soll, versicherte, die Besorgnis an die "entsprechenden Kanäle" weiterzugeben. Eine Reaktion wurde ehestbaldigst zugesagt.
Herbert Vytiska
