Die Verfassung muss eine zweite Chance erhalten, sagt Valéry Giscard d’Estaing, ehemaliger Präsident Frankreichs und „Vater“ des Verfassungsvertrags.
Valéry Giscard d’Estaing, Präsident des Konvents von 2002-2003, welches den Verfassungsvertrages vorbereitet hatte, sagte es sei ein Fehler gewesen, dass die Franzosen die Verfassung mit dem Referendum im Mai 2005 abgelehnt haben.
„Das französische Volk war laut der Meinungsumfragen nicht gegen [die Verfassung] …die Ablehnung des Verfassungsvertrages durch die Franzosen war ein Fehler, der korrigiert werden sollte“, sagte Valéry Giscard d’Estaing in einer Rede an der London School of Economics (LSE) am 28. Februar. Er machte die schlechte Präsentation und das allgemeinen Desinteresse der politischen Schichten für das „Non“ verantwortlich.
Er will der Verfassung eine „zweite Chance“ geben, allerdings erst nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2007 in Frankreich. Valéry Giscard d’Estaing schlägt vor, dass über die ersten beiden Teile der Verfassung in einem neuen Referendum abgestimmt werden sollte, während über den dritten kontrovers diskutierten Teil im Parlament abgestimmt werden sollte.
