Durch den Sieg von Donald Tusks Partei Bürgerplattform bei den vergangenen Wahlen in Polen wurde ein markanter Richtungswechsel in der EU-Politik des Landes eingeläutet. In einem Bereich scheint sich allerdings wenig zu tun: Denn die Polen bleiben weiterhin äußerst kritisch gegenüber einer Einführung des Euro.
Eigentlich sollten alle Mitgliedsstaaten den Euro ab einem gewissen Punkt einführen. Auch Polen hat sich mit seinem EU-Beitritt 2004 dazu verpflichtet, der Eurozone beizutreten.
Die Polen selbst stehen einer solchen Einführung aber kritisch gegenüber. Denn laut einer Umfrage sind 66,6 Prozent dafür, den Złoty als Währung zu behalten. Rund die Hälfte der Befragten steht dem Euro sogar sehr ablehnend gegenüber.
Zwar ist die Skepsis besonders unter Anhängern der PiS hoch – rund 95 Prozent sind gegen einen Euro-Beitritt – aber die Begeisterung hält sich auch bei den gemäßigteren Parteien in Grenzen. Denn nur rund 37 Prozent der Anhänger der derzeitigen Regierungsparteien bewerten die Einführung der gemeinsamen Währung positiv.
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Rundblick Europa
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Agenda
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