Die belgische Polizei hat am Sonntag (20. Juni) die Leiche des Terrorverdächtigen Jürgen Conings gefunden. Der Soldat war vor gut einem Monat mit einem Arsenal an Waffen untergetaucht, nachdem er zuvor einen landesweit bekannten Virologen und dessen Familie mit dem Tod gedroht hatte.
„Die Todesursache ist nach ersten Erkenntnissen wahrscheinlich auf Selbstmord durch eine Schusswaffe zurückzuführen, aber dies muss noch bei einer zukünftigen gerichtsmedizinischen Untersuchung bestätigt werden,“ so die belgische Bundesstaatsanwaltschaft in einer Erklärung.
Die Polizei hatte eine Großfahndung eingeleitet, nachdem Conings am 17. Mai seine Heimatstadt nahe der niederländischen Grenze mit Waffen, darunter Panzerabwehrraketen, verlassen hatte. Conings hatte zuvor den Virologen Marc Van Ranst bedroht, weil dieser für Impfungen gegen COVID-19 geworben hatte. Van Ranst und seine Familie wurden daraufhin unter polizeilichen Schutz gestellt.
Die zuständigen belgischen Behörden erklärten, Conings habe auf einer Liste potenzieller Terroristen gestanden, die von OCAM, einer Organisation, die für die Einschätzung der Terrorgefahr in Belgien zuständig ist, zusammengestellt wurde. Grund dafür seien seine rechtsextremen Tendenzen.
Die Leiche von Conings wurde im Wald in Dilserbos in Ostbelgien vom Bürgermeister eines Nachbarortes gefunden, der sie während einer Fahrradtour bemerkte und die Polizei alarmierte.
Auf die Frage, ob die Großfahndung unter Einsatz von Polizei und Geheimdiensten in den vergangenen 35 Tagen wirklich notwendig war, betonte Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V), die Behörden dürften „nichts dem Zufall überlassen“.
Conings sei tatsächlich hochgefährlich gewesen, so Verlinden. Mit Blick auf radikalisierte Impfgegner:innen sagte sie gegenüber VRT Nieuws: „Als Politiker müssen wir uns fragen, warum es so viel Misstrauen und Argwohn gibt. Und wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen sich nicht von der Gesellschaft abwenden.“




