EU einigt sich auf schärfere CO2-Vorgaben für Autos

Für Pkw-Neufahrzeuge gelten ab 2020 strengere Grenzwerte für den Kohlendioxidausstoß. Foto: dpa

Die Autokonzerne in Europa müssen in den kommenden Jahren strengere Klimaschutzvorschriften erfüllen. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen soll ab 2020 nunmehr 95 Gramm pro Kilometer betragen. „Die künftigen Grenzwerte sind eine enorme Herausforderung für die europäischen Hersteller“, sagt der EU-Abgeordnete Thomas Ulmer (CDU).

Fahrzeuge müssen künftig weniger Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Dies ist das Ergebnis der Verhandlungen von Vertretern von EU-Staaten, EU-Parlament und EU-Kommission am Montagabend in Brüssel.

Damit werden verbindliche Grenzwerte für den Ausstoß von CO2 festgelegt: maximal 130 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2015 und 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2020. Für die Zeit danach wird in der Vereinbarung lediglich auf das Ziel einer weiteren Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2025 in einem vergleichbaren Maß zu der bis 2020 hingewiesen.

Der Vorsitzende des Umweltausschusses und SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote erklärte: "Es ist kein großer Wurf, aber die Richtung stimmt. Mit der Entscheidung zementieren wir unsere Richtung hin zu emissionsärmeren Motoren. Das schont den Geldbeutel der Autofahrer, verbessert die Luft und hilft dem Klima."

"Die künftigen Grenzwerte sind eine enorme Herausforderung für die europäischen Hersteller. Sie können aber die technologische Führerschaft der Europäer bei effizienten und innovativen Fahrzeugen sichern helfen", sagte der Berichterstatter des EU-Parlaments, Thomas Ulmer (CDU).

Eine Art Rabatt bekommen die Hersteller auf klimaschonendere Elektroautos. Für die Mehrfach-Anrechnung von Elektroautos und Hybrid-Fahrzeugen hatte vor allem Deutschland gekämpft. Die deutschen Oberklassewagen-Hersteller Daimler, BMW oder Audi haben Mühe, die Umweltvorgaben einzuhalten. Die Bundesregierung will außerdem Anreize zu Investitionen in die Elektroauto-Produktion setzen, da sie bis 2020 eine Million solcher Fahrzeuge auf deutschen Straßen rollen sehen will. Die Elektrofahrzeuge können der Vereinbarung zufolge im Jahr 2020 bei der Ermittlung der gesamten Flottenwerte doppelt angerechnet werden, bis 2023 sinkt der Faktor auf eins.

Die deutsche Autoindustrie hatte einen viel höheren Anrechnungsfaktor gefordert mit dem Verweis auf die USA, wo die CO2-armen Elektroautos vierfach angerechnet werden könnten. Im Sinne der Industrie war auch das Eintreten der Bundesregierung dafür, die vor 2020 produzierten Autos schon mitzuzählen und ab 2020 anrechnen zu lassen. Deutschland konnte sich damit nicht durchsetzen. Fast alle anderen Mitgliedsstaaten und das Parlament lehnten das als Verwässerung des Klimaschutzzieles ab.

Das vom Parlament geforderte langfristige noch schärfere Ziel von 68 bis 78 Gramm ab 2025 wurde fallen gelassen. Doch soll ein neuer Grenzwert später geprüft werden, wie eine Revisionsklausel vorsieht. Die Einigung muss jetzt noch von den Botschaftern der Mitgliedsstaaten am Donnerstag und dem Plenum des Parlaments abgesegnet werden.

EURACTIV/rtr/dto

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