Eine Mitteilung der Kommission, welche die Aufnahme von mobilem Fernsehen, beispielsweise auf Handys, beschleunigen soll, wird vermutlich einige der beteiligten Unternehmen verärgern: Die Mitteilung bevorzugt Standards, die von der europäischen Industrie unterstützt werden, gegenüber konkurrierender Technologie, die in Asien weit verbreitet ist.
Am 18. Juli 2007 hat die Kommission eine Mitteilung angenommen, welche die Ausbreitung des mobilen Fernsehens in der EU beschleunigen soll. Die Strategie legt die folgenden drei wichtigsten Herausforderungen fest:
Normen und Interoperabilität: Die Mitteilung der Kommission fordert von der Industrie, die Nutzung des mobilen Fernsehens als gemeinsame Norm einzuführen. Die Kommission sieht die DVB-H-Technologie (Digital Video Broadcasting for Handhelds) als „aussichtsreichste[n] Kandidat[en] für das künftige Mobilfernsehen in Europa, denn diese Norm wurde bereits in 18 europäischen Ländern erfolgreich eingeführt oder erprobt und ist auch weltweit auf dem Vormarsch“. Die Kommission kündigte an, dass sie bald „die Aufnahme von DVB-H in das offizielle EU-Verzeichnis der Normen vorbereiten“ werde (wird im Amtsblatt der EU veröffentlicht).
Frequenzen: In den kommenden Jahren wird die EU vom analogen zu digitalen Fernsehen übergehen. Da Abkommen des digitalen Fernsehens mit Frequenzen für den Mobilrundfunk wirtschaftlicher sind, wird ein Teil der Frequenzen, die derzeit für analoges Fernsehen genutzt werden, geöffnet werden. Die Kommission beabsichtigt, einen Teil dieser Frequenzen – den so genannten „digitalen Dividenden“ – für mobiles Fernsehen zu nutzen. Dieses betrifft vorrangig das UHF-Band (470 – 862 MHz) und als Rückgriffmöglichkeit das L-Band (1452 – 1492 MHz).
Rechtliche Rahmenbedingungen: Die Kommission fordert die Regierungen auf, einen konsistenten, grenzübergreifenden und leicht zu handhabenden Ansatz für die Regulierung für mobiles Fernsehen anzunehmen.
