Verbraucherzentrale: ‚Fernsehen ohne Grenzen’ muss Grenzen respektieren [DE]

Der deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, dass die Richtlinie ‚Fernsehen ohne Grenzen‘ künftig Schleichwerbung erlauben soll.

Der öffentliche deutsche Fernsehsender ARD ist derzeit in einen Skandal verwickelt. Ihm wird vorgeworfen, Geld dafür angenommen zu haben, Markenprodukte in Fernsehserien erscheinen zu lassen und damit rechtswidrige Schleichwerbung betrieben zu haben. 

In einem Papier für die Europäische Audiovisuelle Konferenz, die vom 20. bis 22. September 2005 in Liverpool stattfinden wird, erklärt die Kommission: „Für die neue Richtlinie wäre die etwaige Zulassung von Produktplatzierungen eine Möglichkeit, der tatsächlichen Entwicklung des Werbemarktes Rechnung zu tragen, während sich heutige Produktplatzierungen im rechtsfreien Raum bewegen“.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband, Dachorganisation der deutschen Verbraucherverbände und –zentralen, befürchtet „einen Dammbruch für die Presse- und Informationsfreiheit“. Die vzbv-Chefin Edda Müller erklärt: „Die Zuschauer müssen sich auch künftig darauf verlassen können, dass über Dinge berichtet wird, die gesellschaftlich oder politisch relevant sind, und nicht weil dafür bezahlt wurde“.

Die EU-Richtlinie ‚Fernsehen ohne Grenzen’ aus dem Jahr 1989 soll unter dem britischen Ratsvorsitz zum zweiten Mal überarbeitet werden. Die Kommission hat hierzu eine öffentliche Konsultation eingeleitet.

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