Umfrage: Bürger unzufrieden mit Berichterstattung über EU [DE]

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Die nationalen Medien berichteten zu wenig über EU-Angelegenheiten und die Menschen sind nicht gut informiert über das Geschehen in Brüssel – hier waren sich die europäischen Bürger, die in einer EU-weiten Umfragen befragt wurden, weitgehend einig.

Dies ist das Ergebnis der jüngsten Standard-Eurobarometer-Umfrage, die vom 22. September bis 3. November 2007 von TNS durchgeführt wurde. Die repräsentative Stichprobe besteht aus etwa 1 000 Einwohnern pro Mitgliedstaat. Das Dokument, das EURACTIV erhalten hat, wurde bisher nur in Auszügen von der Europäischen Kommission veröffentlicht. 

48% der Befragten sind der Meinung, das Fernsehen berichte nicht genügend über die EU. Demgegenüber stehen 39%, die denken, die Berichterstattung im Fernsehen sei ausreichend, und sechs Prozent, die meinen, es würden zu viele Debatten über europäische Angelegenheiten ausgestrahlt.

Die letzte Umfrage zu diesem Thema war im Frühjahr 2006 durchgeführt worden. Sie hatte einen genau entgegengesetzten Trend gezeigt: Die Mehrheit der EU-Bürger hatte damals die Informationen über europäische Angelegenheiten, die Fernsehnachrichten lieferten, als ausreichend erachtet (50%), gegenüber 35%, die gegenteiliger Meinung waren.

Heute ist die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass die EU-Berichterstattung über das Radio nicht ausreichend sei (46%); etwa ein Drittel aller Bürger ist jedoch zufrieden mit der Menge der Nachrichten über europäische Angelegenheiten im Radio (35%).

Die Druckpresse erfährt besonders stark Kritik, wenn auch nur von einer Minderheit. 36% der Befragten sagten, in Zeitungen seien zu wenige Informationen über die Entscheidungen in Brüssel zu finden; 45% denken, diese seien ausreichend.

Bezüglich des Internets hat eine klare Mehrheit der Umfrageteilnehmer keine Meinung über die Berichterstattung über EU-Angelegenheiten: 47% haben die Frage, die sich auf dieses relativ neue Medium bezog, nicht beantwortet. Nur sieben Prozent der Befragten teilten ihre Meinung das Fernsehen betreffend nicht mit. 30% sind der Meinung, dass die Informationen über die EU, die im Internet zu finden sind, ausreichend seien, wohingegen 19% dies verneinen.

Die allgemeine Stimmung hinsichtlich der Berichterstattung über EU-Angelegenheiten ist eher trüb. Daher ist es nicht überraschend, dass die große Mehrheit der europäischen Bürger (78%) der Meinung ist, die Menschen in ihren jeweiligen Ländern seien nicht gut über EU-Fragen informiert. Nur 18% sind gegenteiliger Meinung.

Die Umfrageteilnehmer wurden auch gebeten, die Objektivität der Medien zu beurteilen, wenn sie über die EU berichten. Eine eindeutige Mehrheit zeigt sich in dieser Hinsicht positiv: 53% denken, das Fernsehen sei im Allgemeinen objektiv, gefolgt von 51% für Radio und Druckpresse. Bezüglich des Internets fällt der Prozentsatz auf 33%; dies liegt jedoch hauptsächlich an der geringen Zahl der Antworten (55% haben die Frage zur Objektivität des Internets unbeantwortet gelassen).

Das allgemeine Vertrauen in nationale Medien bleibt relativ hoch, Anzeichen der Skepsis werden jedoch zunehmend deutlich. Das Radio scheint am vertrauenswürdigsten zu sein (60%), gefolgt vom Fernesehen (52%). Letztere Zahl ist allerdings seit der letzten Umfrage gefallen (damals 58%). Eine relative Mehrheit vertraut nicht auf Druckpresse (49%) oder das Internet (35%).

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