Studie: Verfassungsgegner haben Internet besser genutzt [DE]

Aus einer jüngsten Studie geht hervor, dass Websites, die sich für ein ‚Nein‘ beim französischen Verfassungsreferendum am 29. Mai 2005 stark machten, zahlreicher und untereinander besser verlinkt waren als diejenigen von Befürwortern des EU-Verfassungsvertrags.

Die Studie, die von den Wissenschaftlern Franck Ghitalla und Guilhem Fouetillou von der Université de Technologie de Compiègne veröffentlicht wurde, ist eine Mahnung an Politiker, den wachsenden Einfluss von Blogs (Internet-Tagebüchern) und anderen unabhängigen Websites im Internet nicht zu ignorieren.

Für die Studie wurden 12.000 Websites zum Thema EU-Verfassungsreferendum untersucht. Heraus kam dabei folgendes:

  • Zwei Drittel der Websites befürworteten ein ‚Nein’ zur Verfassung. Im Fernsehen verhielt es sich genau andersherum: der Anteil von Verfassungsbefürwortern an Sendezeiten zum Thema EU-Verfassung lag bei 70 %.
  • 79 % der Websites für ein ‚Non’ stellten Links zu anderen Websites von Verfassungsgegnern her, dahingegen verlinkten nur 64 % des Ja-Lagers zu Gleichgesinnten.
  • 52 % der Ja-Websites stellten Links zu Websites des Nein-Lagers her, während lediglich 20 % der Gegner Links zu ihren Kontrahenten herstellten. 
  • Den Non-Aktivisten gelang es, verlässliche und unabhängige Websites aufzubauen, die nicht von etablierten Medien oder politischen Parteien kontrolliert wurden. Eine Reihe von bis dahin unbekannten politischen Aktivisten verschaffte sich mithilfe des Internets einen hohen Bekanntheitsgrad in ganz Frankreich.
  • Acht von zehn der Webseiten, zu denen die meisten Links hergestellt wurden, propagierten ein ‚Non’.
  • 82 % der Websites für ein ‚Nein’, die mit politischen Parteien in Verbindung standen, waren linksgerichtet.
  • Eine kleine Anzahl Webseiten diente als Brücke zwischen Verfassungsgegnern unterschiedlicher politischer Orientierungen.

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