Sechs Bereiche für Leitmarkt-Initiative bestimmt [DE]

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Elektronische Gesundheitsdienste (E-Health), technische Textilien, nachhaltiges Bauen, Wiederverwertung, biobasierte Produkte und erneuerbare Energien – dies sind die sechs Bereiche, die ein hohes Wachstums- und Innovationspotential aufweisen und die von der Leitmarkt-Initiative der Kommission erfasst werden sollen.

Die Kommission hat am 21. Dezember 2007 eine Mitteilung über eine Leitmarkt-Initiative für Europa angenommen. Deren Annahme wurde jedoch erst am 7. Januar 2008 verkündet.

Die ersten sechs Leitmärkte, in denen Innovationslösungen unterstützt werden, werden sein:

  • E-Health: IKT-Lösungen für Patienten, medizinische Dienstleistungen und Zahlungsinstitute können zu einer besseren Pflege mit geringeren Kosten beitragen.
  • Nachhaltiges Bauen: Auf Gebäude entfällt der höchste Anteil des gesamten Endenergieverbrauchs in der EU (42%). Sie verursachen etwa 35% aller Treibhausgasemissionen.
  • Technische Textilien für intelligente persönliche Schutzbekleidung und –ausrüstung. Derzeit verfügt dieser Markt über ein Wachstumspotenzial von etwa 50% in den nächsten Jahren und könnte externe Effekte auf andere Marktsegmente der Textilbranche haben.
  • Biobasierte Produkte: Europa ist auf diesem Markt derzeit gut platziert. Die Produkte werden allerdings aufgrund einer gewissen Unsicherheit hinsichtlich der Produkteigenschaften und einer unzureichenden Markttransparenz nur zögernd angenommen.
  • Wiederverwertung: Dieser Sektor hat ein erhebliches Marktpotenzial und spielt eine entscheidende Rolle für einen nachhaltigen Verbrauch und eine nachhaltige Produktion.
  • Erneuerbare Energien: Die Entwicklung erneuerbarer Energien wird durch hohe Kosten, geringe Nachfrage, Marktzersplitterung und administrative und marktbedingte Hemmnisse gebremst.

Im Anhang der Mitteilung wurde für jeden der sechs Märkte ein Aktionsplan für die kommenden Jahre dargelegt.

Die Aktionspläne enthalten Einzelheiten darüber, wie die Gesetzgebung in jedem der Bereiche verbessert werden wird, um Innovationen zu fördern, sowie darüber, wie das öffentliche Auftragswesen, Normung, Kennzeichnung und Zertifizierung gestärkt werden können.

Die Pläne enthalten weiterhin ergänzende Instrumente, wie Dienste zur Unterstützung von Unternehmen und Innovation, sowie finanzielle Unterstützung und Anreize.

Eine der Mitteilung beigefügte Folgenabschätzung geht davon aus, dass durch den Beitrag des konzentrierten Ansatzes der Leitmark-Initiativen das gesamte Marktvolumen aller sechs Märkte bis 2020 mehr als verdoppelt werden könnte und dass etwa eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Die Kommission wird in Zukunft in Erwägung ziehen, die Leitmark-Initiativen auf andere Marktbereiche zu ergänzen, wenn diese „den definierten Kriterien entsprechen“ und „für eine vergleichbare Initiative reif sind”, und wenn sich die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und anderen Stakeholdern bei den ersten sechs Initiativen als erfolgreich erwiesen hat.

„Diese Leitmarktinitiative ist der erste Schritt im Prozess aktiver politischer Unterstützung und Anreize, der Europa in die Lage versetzen wird, die Vorteile der wissensgestützten Biowirtschaft umfassend zu nutzen. Wir sind erfreut, dass die Kommission einen integrierten Ansatz angenommen hat, der alle wichtigen Politikbereiche - wie Forschung und Innovation, Umwelt, Landwirtschaft, Industrie, Verkehr und Energie - zusammenbringt, um einen gemeinsamen Aktionsplan in diesem Bereich auszuarbeiten. Wir ermuntern die Kommission und die Mitgliedstaaten, dieser Mitteilung konkrete Maßnahmen folgen zu lassen, um die vollen Vorteile und eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit für den europäischen Markt bereitzustellen“, sagte Ian Hudson, Präsident von DuPont  Europe, Middle East & Africa und Vorsitzender des Industrie-Biotech-Ausschusses von EuropaBio.

Johan Vanhemelrijck, Generalsekretär von EuropaBio, sagte, man müsse sicherstellen, dass man ein kohärentes, koordiniertes und umfassendes Rahmenpapier vorbringe, das die Entwicklung biobasierter Produktmärkte unterstütze. Wenn die Politiker richtig vorgingen, könnten biobasierte Produkte und Biotechnologien der Schlüssel sein, um die Tür zu einer ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Zukunft Europas zu öffnen.

Leitmärkte“ sind Märkte mit hohem Wachstumspotential für Forschung sowie innovative Güter und Dienstleistungen. Das Konzept wurde im Januar 2006 durch den ‚Aho-Bericht’ über die ‚Schaffung eines innovativen Europas’ in die EU-Terminologie eingeführt. 

Der Bericht war das Ergebnis einer kleinen Expertengruppe, deren Vorsitz der ehemalige finnische Premierminister, Esko Aho, innehatte. Sie wurde im Oktober 2005 vom Europäischen Rat in Hampton Court ernannt, um zu untersuchen, welche neuen Bemühungen im Bereich Forschung und Innovation notwendig sind, um die Ziele von Lissabon zu erreichen.

Die Leitmarkt-Initiativen konzentrieren sich auf Bereiche, in denen öffentliche Behörden die Innovationstätigkeiten der Wirtschaft erleichtern können. Dies geschieht durch die Schaffung günstiger Rechts- und Regulierungsrahmen, durch die Festlegung von Standards, durch eine Verbesserung des Zugangs zu Risikokapital, durch die Unterstützung der Forschung und durch das Handeln als Erstkunde.

  • 29. und 30. Mai 2008: Der Wettbewerbsrat wird die Initiative überprüfen.
  • 2009: Ein Zwischenbericht über die Fortschritte der Aktionspläne und über das Engagement der öffentlichen und privaten Stakeholder wird vorgelegt werden.
  • 2011: Ein Abschlussbericht über die erste Runde der Leitmarkt-Initiative wird vorgelegt werden.

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