Kommission wird Online-Kommunikationsmittel fördern [DE]

laptop_ongrass_isp_P_Losevs.jpg

Die Europäische Kommission werde einen Schritt in der Welt des Web 2.0 weitergehen: Sie werde es Benutzern gestatten, Teile ihrer Webseiten hochzuladen und Kommunikationsmittel zunehmend von Offline- auf Onlinepublikationen umverteilen. Dies geht aus der neu entworfenen EU-Strategie für die Kommunikation mittels des Internets hervor, die in den kommenden Wochen vorgelegt werden soll und in die EURACTIV Einsicht hatte.

Letzten Sommer hat die Kommission den ersten bedeutenden Schritt außerhalb der isolierten Welt ihrer offiziellen Webseiten getätigt: Sie hat ihr eigenes Programm auf YouTube, der beliebten Video-Webseite eingerichtet. In weniger als drei Monaten erhielt EUtube mehr als eine Million Treffer.

Die neue Strategie der Kommission erkennt das enorme Potential des Internets zum besseren Verständnis ihrer Bürger an; im Gegenzug, hilft das Internet den Bürgern, Europa zu verstehen. Das Internet scheine als kostengünstiges Instrument zur Kommunikation mit den Bürgern in ganz Europa und darüber hinaus immer wichtiger zu werden, so der Entwurf. Dies gelte speziell für ausgewählte Zielgruppen.

Das Papier erwähnt weiterhin die bisher schlechten Ergebnisse der Europäischen Institutionen im harten Wettbewerb um Beachtung im Internet. Obwohl das offizielle Portal der EU – „Europa“ – mehr als sechs Millionen Dokumente enthält und täglich von 500 000 Benutzern besucht wird, gibt die Kommission in dem Entwurf zu, dass die „Europa“-Seite der Mehrheit der EU-Bürger noch nicht ausreichend bekannt sei.

Um diesem Defizit zu begegnen, schlägt das Dokument vor, dass die Europäischen Institutionen ihre Interaktivität im Netz erhöhen sollten. Der erste Schritt hierfür solle die für das Frühjahr 2008 geplante Erneuerung des Internet-Diskussionsforums – ‚Demokratie-Dialog-Debatte: Die Zukunft Europas’ – sein, das bisher schlechte Ergebnisse erzielt habe: In nahezu zwei Jahren der Debatte haben die Bürgern weniger als 750 Beiträge veröffentlicht.

Der neue Schlüsselbegriff heißt „Interaktivität”. Laut des Dokuments werde diese durch den regelmäßigen Einbezug von Kommissaren und hochrangigen Kommissionsbeamten, die zur Zeit der Debatte auf der Webseite fernbleiben, erreicht werden.

Zusätzlich wird die Kommission im Frühjahr 2008 Pilotprojekte ins Leben rufen, um neue interaktive Applikationen auf ihren offiziellen Webseiten zu testen. Dies wird den Einsatz so genannter ‚Wikis’ beinhalten, gemeinschaftliches Schreiben durch eine große Anzahl Freiwilliger, wie dies durch die öffentliche Online-Enzyklopädie Wikipedia praktiziert wird. Die Bürger werden somit Inhalte auf bestimmte offizielle EU-Webseiten hochladen können.

Die Rolle der Nutzer werde ebenfalls gestärkt werden, indem man sie dazu veranlasse, die Webseiten nach Kriterien wie Leserfreundlickeit und Fachsprache zu bewerten, so die neue EU-Strategie weiter.

Um die Online-Präsenz der Kommission über die Grenzen ihrer offiziellen Webseiten hinaus zu erhöhen, fordert der Entwurf eine breitere Beteiligung von EU-Beamten an öffentlichen Debatten. Die jüngste Änderung der Kommissionsregeln und -abläufe, die es ihren Mitarbeitern ermögliche, in der Öffentlichkeit über berufliche Angelegenheiten zu sprechen, werde auf die Teilnahme an Blogs und Online-Debatten ausgeweitet werden, so der Text.

All diese Schritte implizieren eine größere Verfügbarkeit von Mitteln zur Online-Kommunikation. Die Ausgaben für Offline-Publikationen seien zurückgegangen, obwohl es typischerweise die bedeutendste Ausgabe für die Kommunikationstätigkeiten in vielen Generaldirektionen sei. Die Ausgaben für Internetkommunikation bleibe bescheiden, habe aber im Allgemeinen in den letzten Jahren zugenommen. Die Generaldirektionen sollten diese Verlagerung von Kommunikationsmitteln auf das Internet weiterhin unterstützen, so der Entwurf.

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN