Kommission will Kinder vor Risiken durch Mobiltelefone schützen [DE]

Der diesjährige „Safer Internet Tag“ befasst sich mit dem Thema „Mobiltelefone und Schutz der Kinder“.

Die vierte Auflage des „Safer Internet Tag“, der in diesem Jahr am 6. Februar stattfindet, vereinigt ein Netzwerk von Partnern aus 43 Ländern rund um den Globus. Ziel ist es, die Sensibilität für Sicherheitsfragen bezüglich des Internets zu erhöhen, beispielsweise zum Thema Schutz der Kinder und Mobiltelefone. Auf diesem Aspekt liegt der Schwerpunkt des diesjährigen „Safer Internet Tag“. Im Sommer 2006 hatte die Kommission eine Anhörung zu diesem Thema eingeleitet, an der Stakeholder aus der Zivilgesellschaft und der Industrie teilnahmen. Mobiltelefone können das Leben von Kindern und Jugendlichen auf teils problematische Weise ändern:

  • Die Entwicklung des mobilen Internets, wozu Webbrowser, Chats und E-Mails gehören, eröffnet neue Wege der Kontaktaufnahme und –pflege. Obwohl dies überwiegend positiv ist und die Entwicklung sozialer Netzwerke fördert, kann das mobile Internet auch missbraucht werden, zum Beispiel durch Pädosexuelle, die mit kleinen Kindern in Kontakt treten wollen. 
  • Gewaltverherrlichende Bilder oder Filme, die unter den Mobilfunknutzern in Umlauf sind. Diese können entweder aus dem Internet heruntergeladen werden (Ausschnitte aus Erwachsenenfilmen und so genannten Snuff-Filmen, in denen angeblich echte Morde, Hinrichtungen und Szenen sexueller Gewalt gezeigt werden) oder werden von den Jugendlichen selber produziert und dann durch ein „Schneeballsystem“ verbreitet (sogenannte „happy slapping“-Filme, die Gewalt an zufälligen Passanten darstellen, Sexualität zeigen oder in das Privatleben von Jugendlichen eindringen).
  • Im Zeitalter der Omnipräsenz von Handykameras und der einfachen Übertragung von Fotos spielt die Macht des Bildes eine große Rolle. Die Entwicklung ist zu schnell verlaufen, als dass Konventionen oder moralische Regeln damit Schritt halten könnten, was zu einem weitverbreiteten Missbrauch der neuen Technologien geführt hat. 
  • Die Entwicklung von moralischen Verhaltensweisen, vergleichbar mit dem Netiquette-Kodex für das Internet, könnte zumindest auf das Massenphänomen der Belästigung durch die Nutzung mobiler Geräte eingehen.
  • Diese Fragen sind eng verbunden mit dem Thema Privatsphäre bei der elektronischen Kommunikation oder dem elektronischem Datenschutz. Die virtuelle Realität des Internets hat teilweise bereits das tatsächliche Leben ersetzt. Mobbing, Belästigung oder Erpressung können nicht nur einfacher via Internet betrieben werden, es gibt auch wenigere moralische Schutzvorrichtungen. Die Verbreitung des mobilen Internets hat auch dazu geführt, dass Internetnutzer, vor allem Jugendliche, ständig Spam, Spyware und möglicherweise schädigender Software ausgesetzt sind.  

Die Kommissarin für die Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, betonte, dass die Gefahren, die für Kinder durch die Nutzung des Internets über Mobiltelefone bestünden, die gleichen seien, wie wenn das Internet über eine feste Leitung genutzt würde, jedoch bestünden zusätzliche Herausforderungen. Der große Unterschied zwischen Mobiltelefonen und dem Internet sei der private Charakter des Mobiltelefons. Es sei schwierig für Eltern, den Zugang und die Nutzung der Mobiltelefone in gleicher Weise zu überprüfen, wie bei einem Computer. In einer Befragung von 7-15-jährigen durch „Save the Children Finland“ gaben fast 20% der befragten Kinder an, dass sie nie mit ihren Eltern über die Handynutzung sprachen. 

Dies sei der Grund, dass Maßnahmen beschlossen worden seien, um die Nutzung von Mobiltelefonen für Kinder sicherer zu machen, so Reding. Die Kommission habe mit Betreibern, Anbietern von Inhalten, Kinderschutzorganisationen und Stakeholdern zusammengearbeitet, um ein Papier zu entwerfen, das die Industrie dazu verpflichtet, sich für sicherere Mobiltelefone für Kinder einzusetzen. Bis jetzt hätten 15 führende europäische Mobilfunkbetreiber zugesagt, die Verpflichtung bei dem diesjährigen Safer Internet Day zu unterschreiben.

Eine Eurobarometer-Befragung aus dem Jahr 2005 hat ergeben, dass fast die Hälfte der befragten Kinder in der EU und in den Kandidatenländern in den letzten 30 Monaten das Internet benutzt hatten. 36% der Kinder im Alter von 0 bis 17 Jahren besitzen ein Mobiltelefon.

Im Rahmen der Befragung gaben über zwei Drittel der Eltern an, dass sie davon ausgingen, dass ihre Kinder mit unangenehmen Situationen bei der Nutzung des Internets umgehen könnten, beispielsweise, wenn sie von einem Fremden im Netz angesprochen würden.

Ein neuer wissenschaftlicher Artikel kommt zu dem Ergebnis, dass in den USA 42% der Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren, die das Internet nutzen, gewollt oder ungewollt mit Pornographie konfrontiert werden.

Da die verschiedenen Medien sich angleichen, können Inhalte jeder Art auf verschiedene Geräte überspielt werden, auch auf Mobiltelefone. Neben vielen Vorteilen, die Mobiltelefone bieten, sind Kinder so größeren Risiken ausgesetzt. 

 

 

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