Ein umfassendes Vorschlagspaket zur Reform der EU-Regelungen im Telekommunikationsbereich, das am 13. November 2007 vorgelegt werden soll, wird Maßnahmen enthalten, um den Wettbewerb auf Europas Breitbandmärkten zu fördern und die Zahl der Abonnenten in den neuen Mitgliedstaaten zu steigern.
Obwohl der Zugang zu schnellen Breitband-Internetverbindungen in der EU in den vergangenen Jahren zunehmend verbessert worden ist, gibt es eine wachsende Kluft zwischen denjenigen, die die besten Leistungen verzeichnen, und denjenigen, die am wenigsten Erfolg haben.
Laut eines Berichts, der am 15. Oktober 2007 von der Kommission vorgelegt wurde, ist die Zahl der Breitbandverbindungen in der EU-25 (Bulgarien und Rumänien ausgenommen) zwischen Juli 2006 und Juli 2007 um 28,7% gestiegen. Die durchschnittliche Zahl der Abonnenten beträgt somit 18,2% der Bevölkerung der EU. Einige Länder – besonders die neuen Mitgliedstaaten – liegen jedoch noch immer weit hinter dem Durchschnitt zurück, aufgrund eines Mangels an angemessener Infrastruktur und hohen Preisen, welche die Bürger davon abhalten, Zugang zu diesen Diensten zu erhalten.
In Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Polen und der Slowakei sind weniger als 7% der Bevölkerung mit dem Internet verbunden – gegenüber 37,2% in Dänemark und 33,1% in den Niederlanden. Die beiden Länder gehören inzwischen zu den Fortgeschrittensten in Hinblick auf die Verbreitung von Breitband pro Kopf und liegen noch vor Südkorea.
Kommissarin Reding betonte, es sei inakzeptabel, dass die Kluft zwischen den stärksten und den schlechtesten in diesem Bereich in Europa größer werde. Europa müsse nun handeln, um Ordnung in seinen Breitbandmarkt zu bringen. Reding fügte hinzu, sie werde hierzu – als Teil ihres Pakets für den Telekommunikationssektor, das für November geplant ist – spezifische Vorschläge machen.
Die großflächige Einführung von Breitband zu erschwinglichen Preisen ist eines der wichtigsten Ziele des EU-Aktionsplans eEurope 2005 (siehe LinksDossier). Dieser zielt darauf ab, jeden Bürger, jeden Privathaushalt, jede Schule, jedes Unternehmen und jede Behörde in das digitale Zeitalter einzuführen, und einen Beitrag zu leisten zu dem Ziel der Lissabon-Strategie, die weltweit wettbewerbsfähigste, wissensbasierteste Wirtschaft zu werden (siehe LinksDossier über die Lissabon-Strategie).

