Die Europäische Kommission werde in den kommenden Monaten eine Reihe von Initiativen zur Förderung des Internets der Zukunft vorlegen. Dabei werde sie sehr darum bemüht sein, die Bürger und die Netzwerke zu schützen, sagte die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Viviane Reding in einem Interview mit EURACTIV.
Die EU-Kommission identifizierte folgende Kernthemen für 2009, um Europa auf die nächste Generation des Internets vorzubereiten: die frühen Herausforderungen des Internets der Dinge, die Bereitstellung von Next Generation Access Networks, die Öffnung der Radiofrequenzen für drahtlose Dienstleistungen, Breitband für alle, die Sicherheit von bedenklichen Kommunikationsinfrastrukturen sowie Bedenken zum Datenschutz, die mit der breiten Verwendung von RFID-Funketiketten (Radio Frequency Identification – Radiofrequenz-Identifikation) und der Steuerung des Internets im Zusammenhang stehen.
Bei der im Rahmen der französischen EU-Präsidentschaft organisierten Konferenz „Internet der Dinge“ in Nizza am 6. und 7. Oktober erklärte EU-Kommissarin Reding EURACTIV, was sie als die wichtigsten Herausforderungen in der Zukunft ansieht.
Zuallererst will Brüssel den Weg für die möglicherweise größte Revolution bereiten, die das Internet jemals erlebt hat: die Entwicklung eines Internets der Dinge, bei dem Objekte eine virtuelle Identität besitzen und untereinander kommunizieren können, um Dienstleistungen verschiedenster Art, darunter Gesundheitsversorgung und Verkehrsicherheit, anzubieten.
Ende September hat die Kommission eine öffentliche Debatte über die wichtigsten mit dem Internet der Dinge in Verbindung stehenden Themen in Gang gesetzt und ein Positionspapier veröffentlicht. Für November wird eine Empfehlung zu den Datenschutz- und Sicherheitsrisiken bei der Entwicklung von RFID-Funketiketten erwartet. Diese sind das technologische Kernelement des Internets der Dinge. EU-Kommissarin Reding möchte eine gerechte Balance zwischen der Förderung von RFID und den neuen Risiken für die Gesellschaft finden (EURACTIV vom 6. Oktober 2008).
Im Frühjahr 2009 wird die EU-Kommission maßgebliche Leitlinien zur Bereitstellung von Next Generation Access Networks vorlegen, die wichtigste Infrastruktur für ein zukünftiges Internet, das auf Dienstleistungen mit hohen Datenmengen beruht (EURACTIV vom 19. September 2008). Außerdem wird eine Überprüfung der Radiofrequenzen vorgenommen, um die so genannte „digitale Dividende“ auszunutzen, die beim Übergang vom analogen zum digitalen TV bis 2012 entsteht. Das Ziel ist die vermehrte Bereitstellung von drahtlosen und mobilen Internetdienstleistungen und, als Konsequenz daraus, die Verbreitung des Breitbandinternets in Europa.
Auch der Schutz von bedenklichen Online-Infrastrukturen wie Netzwerken oder Key-Servern steht ganz oben auf der Agenda der Kommission. Zur Verhinderung von Angriffen auf das Internet, wie dem, der auf die öffentlichen Internetdienstleistungen in Estland 2007 abzielte, wird die EU-Kommission Vorschläge für konkrete Handlungen auf EU-Ebene ausarbeiten und diese 2009 in einem Dokument veröffentlichen (EURACTIV vom 9. April 2008).
Auch die weltweite Steuerung des Internets und der weiteren Entwicklungen in diesem Bereich wird von Brüssel als wichtig angesehen. Dabei beabsichtigt Reding ganz explizit, die USA herauszufordern, die viele wichtige Elemente des Internet kontrollieren.
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