Vogelgrippe: Keine Einigung über Geflügelimpfungen [DE]

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Die EU-Mitgliedstaaten sind sich über das Für und Wider von Massenimpfungen bei Nutzgeflügel uneinig. Impfungen könnten eine weitere Ausbreitung des H5N1-Viruses bei Nutzgeflügel zwar stoppen, könnten aber auch dazu führen, dass Drittländer ein Importverbot für europäische Geflügelprodukte verhängen.

Die Veterinärexperten der EU-Mitgliedstaaten kamen am 21. Februar 2006 zusammen, um darüber zu beraten, ob Nutzgeflügel gegen die Vogelgrippe geimpft werden sollten. Frankreich und die Niederlande wollen präventive Impfungen vornehmen. Andere Länder jedoch, unter anderem Österreich, Dänemark, Deutschland und Portugal, befürchten, dass hierdurch hohe Kosten entstehen, das Vertrauen der Verbraucher weiter sinken und Drittländer einen Importstopp für Geflügelprodukte aus der EU verhängen könnten. Da keine Einigung gefunden werden konnte, werden die Experten am 22. Februar zu einem zweiten Februar zusammenkommen. 

Bei einem Treffen der EU-Landwirtschaftsminister am 20. Februar forderten Italien, Frankreich, Griechenland und Spanien eine Lockerung der Vorschriften für staatliche Beihilfen, damit die Kommission ihnen erlauben könnte, Geflügelproduzenten für Verluste zu entschädigen. Darüber hinaus forderten sie die Einrichtung eines EU-Fonds zur Ausgleichung von Umsatzverlusten. Der Rat hat diese Forderung jedoch zurückgewiesen, da die Lage bislang noch nicht ernst genug sei. Die Kommission hat nationalen Hilfsprogrammen zugestimmt, sofern diese nicht gegen geltende Beihilferegelungen verstoßen. Außerdem will sie sich ausführlicher mit der Frage der Entschädigungszahlungen befassen und den Experten in kürze diesbezügliche Vorschläge vorlegen. 

Auf einer außerordentlichen Sitzung der Gesundheitsminister der 25 Mitgliedsländer, Beitritts- und Kandidatenländern, Sachverständigen der Kommission und Vertretern einiger relevanter Organisationen soll am 24. Februar besprochen werden, wie der Ausbreitung der Vogelgrippe Einhalt geboten werden kann und welche Gesundheitsrisiken für die Bürger bestehen. 

Der Vogelgrippetypus H5N1 ist in Österreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Frankreich, der Slowakei und Slowenien angekommen, wo er in Wildvögeln nachgewiesen wurde. Geflügelbestände scheinen bislang nicht betroffen.

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