Frankreich: Vogelgrippe breitet sich auf Nutzgeflügel aus [DE]

Französische Behörden haben den Nachweis des H5N1-Virus auf einer Truthahnfarm, in der Nähe des ersten Fundortes infizierter Wildvögel, bestätigt. Auch in der Schweiz sind erste Fälle des gefährlichen Virustyps aufgetaucht.

Frankreich bestätigt, dass das Vogelgrippevirus H5N1 bereits hunderte Truthähne aus Stallhaltung getötet habe.  Der gesamte Bestand von 11.000 Tieren wurde getötet und ein Sperrgebiet wurde rund um den betroffenen  Hof errichtet.  Dies ist der erste Ausbruch von H5N1 unter Nutzgeflügel in der EU.  Mit einem Umsatz von € 6 Mrd. im Jahr ist Frankreichs Geflügelindustrie die größte in der EU.  Eine Woche nach der Bestätigung des ersten Falles von H5N1 bei Wildvögeln, ist der Umsatz von Frankreichs Geflügelindustrie um 30 % eingebrochen.

Die französische Regierung hat einen € 63 Mio. Hilfsplan für die Geflügelindustrie angekündigt und ist bereit diese Summe zu erhöhen, sollte sich die Situation weiter zuspitzen.  Die Kommission wird das Vorgehen Frankreichs dahingehend untersuchen, ob es mit den Regeln der Kommission über staatliche Beihilfen übereinstimmt.  Zurzeit unterstützt die Kommission finanziell die Säuberung und Desinfektion der Geflügelbestände der Bauern, deren Geflügel als Teil des Vogelgrippe-Ausrottungs-Plans der Stallpflicht unterliegen.  Des Weiteren unterstützt sie 50 % der außerordentlichen  marktunterstützenden Maßnahmen zum Schutz und Überwachung der Sperrgebiete.

Wenn sich die Situation in der EU weiter verschlechtert, wird die Kommission den Rat um Erlaubnis bitten weitere Maßnahmen zu ergreifen.  Da diese kostspielig  sein werden, werden sie auch vom Parlament angenommen werden müssen.  Dieses Thema wird auch auf dem Treffen der Landwirtschaftsminister am 20. März 2006 auf den Tisch kommen. 

Die Gesundheitsminister der EU-25 haben die Österreicher, welche derzeit  die Ratspräsidentschaft innehaben, beauftragt eine europaweite Informationskampagne zu starten, welche den EU-Bürgern rät, jeglichen Kontakt mit infiziertem Wild- oder Nutzgeflügel zu vermeiden.  

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