EU hebt Quoten für chinesische Textilien auf [DE]

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Die Europäische Kommission hat angekündigt, dass sie die Beschränkungen nicht erneuern werde, die vor mehr als zwei Jahren für Textilien und Bekleidung aus China auferlegt worden waren. Damals war es nach einem drastischen Anstieg an billigen Importen aus dem asiatischen Land zu diesem Schritt gekommen, da andernfalls die europäische Fertigungsindustrie zu ernsthaftem Schaden hätte kommen können.

Wie erwartet hat der Kommissar für Handel, Peter Mandelson, am 9. Oktober 2007 angekündigt, dass die Quoten, die im Juni 2005 für zehn chinesische Textilprodukte eingeführt worden waren und die Ende 2007 auslaufen sollten (EURACTIV vom 13. Juni 2005), nicht verlängert werden würden. Stattdessen würden sie, so Mandelson, durch ein Überwachungssystem ersetzt werden.

Ein ‚System der doppelten Kontrolle’ werde acht der zehn Produkte abdecken und sowohl den Erlass von Exportlizenzen in China als auch Einfuhrgenehmigungen, die von der EU gewährt würden, verfolgen, so die Kommission.

Mandelson sagte, er begrüße diesen weiteren Schritt der Zusammenarbeit zwischen der EU und China, um einen sanften Übergang zum freien Handel mit Textilien sicherzustellen.

Trotz der Aufhebung des Quotensystems wird das Abkommen zwischen der EU und China über spezielle Schutzmaßnahmen bis Ende 2008 in Kraft bleiben. Letzteres ermöglicht, dass im Fall eines Anstiegs an Importen, die der europäischen Industrie ernsthaft Schaden könnten, Maßnahmen gesetzt werden können. Peter Power, Sprecher von Mandelson, schloss weitere Maßnahmen nicht aus. Es gebe noch immer die Möglichkeit, dass irgendwo irgendjemand die Einführung von Schutzmaßnahmen fordern könnte, so Power.

In einem Brief an die italienische Tageszeitung Corriere della Serra hat Mandelson erklärt, dass die Quoten der europäischen Industrie ausreichend Raum verschafft  hätten, um sich anzupassen und neu zu strukturieren. Er forderte daher die europäischen Textil- und Bekleidungshersteller auf, keine weiteren Schutzmaßnahmen zu erbitten, und auf den Wettbewerb der Massenproduktion Chinas in kluger und kreativerer Form zu reagieren.

Bill Lakin, Generaldirektor von Euratex, der Europäischen Bekleidungs- und Textilorganisation, welche die Interessen der europäischen Hersteller vertritt, sagte EURACTIV, dass das System der doppelten Kontrolle nun der beste Weg nach vorne sei.

Auf die Frage, ob Europa weitere Steigerungen von Importen aus China erwarten könne, entgegnete Lakin, er hoffe nicht. Er denke, die Chinesen ebenso wie die Europäer wollten dies nicht. Man hoffe auf eine begrenzte Wachstumsrate im Jahr 2008.

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