Die europäischen Biodieselhersteller haben bei der Kommission offiziell eine Beschwerde über ‚ungerechte‘ US-Subventionen für Biodiesel eingereicht. Dies begründet Erwartungen, dass Biokraftstoffe im Zentrum des nächsten größeren Handelsstreits in den Reihen der WTO stehen könnten.
Laut des European Biodiesel Board (EBB) habe eine staatliche Maßnahme der USA, die es ermöglicht, dass auch geringste Mengen an Biodieselgemischen subventioniert werden, bevor sie exportiert werden, zu einem „dramatischen Anstieg“ des US-Biodieselexports in die EU geführt und beeinträchtige die europäische Industrie erheblich.
Die Organisation erklärt, dass gemäß dem US-Recht Hersteller des Gemisches „B99“ Subventionen in Höhe von 200 Euro pro Tonne erhalten dürfen. Das Gemisch wird jedoch schlicht durch die Mischung reinen Biodiesels – oft billig aus Ländern wie Indonesien oder Malaysia importiert – mit 0,1% oder weniger Mineraldiesel hergestellt.
Dieses Gemisch mit einem Anteil von 99,9% Biodiesel kann dann in Europa als reines Biodiesel verkauft werden, wo es abermals unter europäische Subventionssysteme für Gemische fallen kann. Laut des EBB ermögliche dieser Prozess den US-Herstellern von Biodiesel, die Biodieselpreise der EU zu unterbieten – nach Meinungen von Beobachtern um bis zu 30%. Der schwache Dollar trägt nicht dazu bei, diese Belastung zu vermindern.
Die Gruppe, die 56 Organisationen und Verbände vertritt und 80% der Biokraftstoffproduktion in der EU ausmacht, legte der Kommission am 25. April 2008 eine rechtliche Klage vor. Die Vereinigung fordert von der Kommission, ein Anti-Dumping- und Anti-Subventionsverfahren einzuleiten, mit dem Ziel, so bald wie möglich Ausgleichsmaßnahmen gegen US-amerikanische „B99“-Exporte in die EU zu verhängen.

