Die Beziehungen zwischen Bulgarien und Rumänien seien seit ihrem Beitritt zur Union im Januar 2007 aufgeblüht, meinte der rumänische, sozialistische Europaabgeordnete Victor Bostinaru in einem Interview mit EURACTIV. Er fordert eine Erweiterung der regionalen Zusammenarbeit auf die gesamte Schwarzmeerregion.
Obwohl Brüssel dazu neige, Bulgarien und Rumänien als eng zusammengehörend zu betrachten, hätten die beiden Länder vor ihrem EU-Beitritt nur wenig Kontakt gehabt und auch nur wenig zusammengearbeitet, betont Bostinaru. Erst nach dem EU-Beitritt hätten sich die Beziehungen und die Sozialkontakte zwischen den beiden Ländern dynamisch entwickelt, erklärt der rumänische Europaabgeordnete.
Zehntausende Rumänen verbrächten nun ihre Ferien in Bulgarien, während sich viele bulgarische Geschäftsleute dazu entscheiden hätten, in Rumänien zu investieren, so Bostinaru. Rumänische Touristen würden durch die Qualität der Dienstleistungen und durch die niedrigen Preise angezogen, während die bulgarischen Investoren von dem größeren Markt profitieren wollten.
Viele Menschen gingen im jeweils anderen Land einkaufen, besonders in der bulgarischen Stadt Russe. Und auch der Flughafen in Bukarest wird von immer mehr Bulgaren aus dem nördlichen Teil des Landes genutzt.
Bostinaru zufolge liegen die wichtigsten Kooperationsprojekte der beiden Länder in den Bereichen grenzüberschreitende Infrastrukturen und Umwelt. „Und lassen Sie mich hinzufügen, dass Rumäniens und Bulgariens Projekte auch Serbien mit einbeziehen. Ich denke, das ist mit Blick auf die Perspektiven Serbiens auf einen EU-Beitritt, den wir stark unterstützen, sehr wichtig“, fügte der Europaabgeordnete hinzu.
Tatsächlich glaubt Bostinaru, dass regionale Kooperationsprojekte, die Nicht-EU-Länder mit einbeziehen – wie die Schwarzmeersynergie, die von der sozialistischen Fraktion initiiert wurde und offiziell am 17. Oktober 2008 in Sofia vorgestellt wird –, „immer wichtiger für Europa werden“. Die Schwarzmeersynergie, die Länder wie den EU-Beitrittskandidaten Türkei, ebenso wie die Ukraine und Moldawien und sogar Russland umfassen wird, sei für die Energiesicherheit der EU wichtig, stellt Bostinaru heraus. „Das ist ein Gebiet, in dem wichtige Pipelines gebaut werden und in dem die Gewährleistung von Stabilität und Sicherheit von sehr großer Bedeutung ist, besonders vor dem Hintergrund des jüngsten Georgien-Konflikts.“
Der Europaabgeordnete rief dazu auf, die Beziehungen zu Moskau zu verbessern und kritisierte die aktuelle liberale Regierung dafür, Russland gegen sich aufgebracht zu haben und nicht für eine klarere EU-Perspektive Moldawiens einzutreten.
Tatsächlich plädiert der rumänische Politiker für die Ermöglichung visafreien Reisens für Moldawier und Ukrainer innerhalb der EU. Er argumentiert, dass dies die Länder der Union näher bringen würde und die Arbeitsmärkte der EU von den Neuankömmlingen profitieren könnten.
Bostinaru zeigte sich mit Blick auf den eingefrorenen Konflikt in Transnistrien vorsichtig optimistisch und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die EU eine wichtige Rolle dabei spielen könnte, einen weiteren Konflikt wie den in Georgien zu vermeiden.
Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.
