In der ägyptischen Hauptstadt Kairo haben Tausende Anhänger des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi mit einem Protestmarsch dem Militär getrotzt. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird für diesen Montag zu Krisengesprächen erwartet.
Anhänger Mohammed Mursis drohten am Montag (29. Juli) damit, die Zentrale des Militärgeheimdienstes anzusteuern, kehrten aber in den frühen Morgenstunden wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Das Militär hatte sie gewarnt, sich von Armeegebäuden fernzuhalten.
Nach Angaben eines Sprechers der Muslimbruderschaft starteten die Mursi-Unterstützer von einer Moschee im Norden Kairos aus. Dort befindet sich ein Protestcamp, in dessen Nähe am Samstag mindestens 72 Menschen von Sicherheitskräften erschossen worden waren. Die Zentrale des Militärgeheimdienstes ist mehrere Kilometer davon entfernt.
Nach Auskunft eines Reporters der Nachrichtenagentur Reuters machten sich mehrere Tausend auf den Weg. Sie trugen Bilder Mursis und skandierten: "Wir opfern unser Blut und unsere Seelen für Mursi." Das Militär erklärte, es habe Kenntnis von dem Marsch.
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird für diesen Montag zu Krisengesprächen in Kairo erwartet. Geplant waren Treffen mit Ägyptens starkem Mann, Armeechef Abdel-Fattah al-Sissi, der Mursi am 3. Juli entmachtete, mit Interimspräsident Adli Mansur sowie mit Vertretern der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei, die die Muslimbruderschaft vertritt. Zuvor erklärte Ashton, sie wolle auf einen Übergangsprozess drängen, an dem sich alle politischen Gruppen beteiligen sollten.
EURACTIV/rtr
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EURACTIV Brüssel: Ashton on mediation mission to Egypt (29. Juli 2013)

