Wandel vorantreiben und die Belastung durch Migräne bewältigen

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV Media network.

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Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die nach wie vor nicht ausreichend diagnostiziert, behandelt und verstanden wird. [Eli Lilly]

Obwohl sie weltweit die zweithäufigste Ursache für Behinderungen ist, wird die Belastung durch Migräne nach wie vor nicht genug erkannt. Eine Priorisierung von Verbesserungen durch die Politik kann diese Belastung für den Einzelnen, die Gesellschaft und die Gesundheitssysteme reduzieren.

Maria Teresa Ferretti ist Mitbegründerin und wissenschaftliche Leiterin des Women’s Brain Project.

Das war die Schlussfolgerung eines kürzlich abgehaltenen Diskussionsforums mit dem Titel „Heads Together: Elevating Unmet Needs In Migraine“ („Köpfe zusammen: Unerfüllte Bedürfnisse bei Migräne aufdecken“), das vom Women’s Brain Project (www.womensbrainproject.com) und Lilly organisiert wurde, um die weitreichenden Auswirkungen von Migräne und die Notwendigkeit eines dringenden Ansatzes für die Behandlung der Krankheit zu diskutieren.

Der Vizepräsident des European Brain Council, Professor Wolfgang Oertel, betonte, dass „Migräne, wenn sie unbehandelt bleibt, eine verheerende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt. Politik hat die Möglichkeit, dies zu ändern. Der Schlüssel liegt in der Aufklärung – in der Ausbildung von medizinischem Fachpersonal, in der Aufklärung der Gesellschaft von klein auf über den Umgang mit Migräne und in der Verbesserung des öffentlichen Bewusstseins, um nicht nur Menschen mit Migräne, sondern auch Arbeitgeber:innen und der Gesellschaft insgesamt zu helfen“.

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die nach wie vor nicht ausreichend diagnostiziert, behandelt und verstanden wird. Die schwächenden Auswirkungen von Migräne sowie die inkonsistente Behandlung haben persönliche und finanzielle Auswirkungen. Sie berauben die Betroffenen ihres Rechts, voll an der Gesellschaft teilzuhaben.

Obwohl Migräne die zweithäufigste Ursache für Behinderungen ist und weltweit zu den häufigsten Gesundheitsstörungen gehört (insbesondere bei Frauen, die über 80% der Patient:innen ausmachen), wird ihr in der Politik nach wie vor nicht genügend Priorität eingeräumt, so dass sich die Lebensqualität von Menschen mit Migräne rapide verschlechtert.

„Es geht viel Zeit und Leben an Migräne verloren, wenn man gezwungen ist, seine Pläne aufzugeben, während man versucht mit seinen Erfahrungen umzugehen. Man geht in den Überlebensmodus über, nimmt nicht mehr voll am Leben teil und versucht, einfach gerade so über die Runden zu kommen“, sagt Christina Brewster-Maund, Migränepatientin und Verfechterin von Veränderungen. Diese schwächenden Symptome können zu erheblichen Produktivitätsverlusten führen – durchschnittlich vier bzw. acht Stunden pro Woche bei episodischer und chronischer Migräne. Die finanziellen Kosten von Migräne für die europäische Wirtschaft werden auf 50 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Angesichts der Zahl der berufstätigen Frauen, die mit Migräne leben, ist der Zugang zu angemessenen Behandlungspfaden nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine geschlechterpolitische Priorität.

Es ist an der Zeit, den Status quo in Frage zu stellen, so Professor Piero Barbanti, ein führender Spezialist für Kopfschmerzen: „Ziel der Migränebehandlung ist es, die Lebensqualität des oder der Patient:in zu verbessern. Um dies zu erreichen, sollten wir einen integrierten Ansatz verfolgen, der auf jede:n Patient:in zugeschnitten ist“.

Neben der Bereitstellung von Ressourcen zur Verbesserung einer wirksamen Behandlung sollte sich die Politik auch dafür einsetzen, das öffentliche Bewusstsein für Migräne zu schärfen, um die damit verbundene Stigmatisierung zu verringern und bessere Fördersysteme für Betroffene zu schaffen. Die laufende Forschung von Migräne wird dazu beitragen, Biomarker zu identifizieren, um die Diagnose und die Entwicklung gezielter Behandlungen zu verbessern, und das Verständnis der Öffentlichkeit und der medizinischen Fachkräfte für die Auswirkungen und Bedürfnisse der Migränepatient:innen zu verbessern und klare Daten über die wirtschaftliche Belastung durch Migräne zu liefern.

Die Zeit für Veränderungen ist gekommen und es sind dringend politische Maßnahmen erforderlich

Professor Oertel bekräftigt die Tatsache, dass politische Maßnahmen einen starken Einfluss darauf haben werden, wie Menschen mit Migräne sich selbst helfen können: „Mit mehr politischer Unterstützung werden sich Menschen mit Migräne ermächtigt fühlen, über ihre Bedürfnisse zu sprechen – sei es am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft oder bei der Suche nach einer Behandlung. Diese Erkenntnisse können auch dazu beitragen, Politik zu informieren und zu gestalten, um die Versorgung von Migränepatient:innen zu verbessern, sowohl in emotionaler als auch in finanzieller Hinsicht.“

Migräne wurde in der öffentlichen Gesundheitsagenda immer wieder abgetan. Wir müssen einen Ort schaffen, an dem Migränepatient:innen ihre Krankheit selbst in die Hand nehmen können, an dem sie nicht nur überleben, sondern in ihrem Leben und in der Gesellschaft aufgehen können. Politische Entscheidungsträger:innen, Patient:innen, die Gesellschaft und medizinische Fachkräfte haben alle eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, politische Maßnahmen aktiv zu unterstützen und dafür einzutreten, dass Menschen mit Migräne eine bessere Lebensqualität erhalten, sowie das Leben, das sie verdienen. Es ist an der Zeit, Migräne zu respektieren.

Sehen Sie sich die nachstehende visuelle Darstellung der ungedeckten Bedürfnisse von Patient:innen und der Lücken in den Versorgungswegen an.

Über das Women’s Brain Project

Das Women’s Brain Project (WBP) ist eine internationale Non-Profit-Organisation mit Sitz in der Schweiz, die die Brillanz eines globalen Teams von Wissenschaftler:innen zusammenführt. Es handelt sich um Expert:innen aus verschiedenen Disziplinen, die mit Patient:innen und Betreuer:innen zusammenarbeiten, um Geschlecht und Gender in die Präzisionsmedizin zu integrieren, von der Grundlagenforschung bis hin zu neuen Technologien. Ihr Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Geschlechtern klar zu erkennen und sie für maßgeschneiderte Lösungen zu nutzen sowie Präzision in neue Technologien, die klinische Praxis und die Politik für Gehirn- und Geisteskrankheiten zu bringen. Weitere Informationen finden Sie unter www.womensbrainproject.com.

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