Pandemie hat Image von Pharmariesen aufgebessert

Ziel der Umfrage ist es, den Pharmakonzernen zu helfen, die Bedürfnisse der Patient:innen besser zu verstehen und zu verbessern. [Shutterstock/Molly Woodward]

Seit der Pandemie hat sich das Image großer Pharmaunternehmen wie Sanofi, Pfizer, AstraZeneca und Bayer in der Öffentlichkeit verbessert, wie eine Umfrage unter 2.150 Patientengruppen weltweit ergab.

Die „Pharmaceutical Reputation Survey 2021″ wurde zum elften Mal in Folge von PatientView, einer im Vereinigten Königreich ansässigen Forschungs-, Verlags- und Beratungsgruppe, durchgeführt und soll Pharmakonzernen helfen, die Bedürfnisse der Patient:innen besser zu verstehen.

Die auf fünf Kontinenten verteilten Patient:innen mit Krebs, Behinderungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und seltenen Krankheiten wurden nach ihrer Meinung über den Ruf von 47 Unternehmen der Pharmaindustrie befragt.

59 Prozent der Patientengruppen, die an der Umfrage im Jahr 2021 teilnahmen, bezeichneten den Ruf der Pharmaindustrie als „ausgezeichnet“ oder „gut.“ Im Jahr 2020 waren es noch 50 Prozent.

„Die jährlichen globalen Rankings von Patientenorganisationen geben uns Einblicke in unsere Leistung bei zehn patientenorientierten Indikatoren und helfen uns, unsere Zusammenarbeit und unser Angebot mit Patientenorganisationen zu verbessern“, kommentierte Jan Nissen, Vizepräsident des US-Pharmaunternehmens Merck & Co.

Laut Emma Andrews, Vizepräsidentin der Patientenvertretung bei Pfizer, „hilft uns die Umfrage, den Bedürfnissen der Patient:innen besser gerecht zu werden und unser gemeinsames Ziel zu erreichen, unserer Gesellschaft zu einem längeren, gesünderen und produktiveren Leben zu verhelfen.“

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Dank COVID zu einem besseren Ruf

Für die Umfrage bewerteten die Patientengruppen zunächst die Leistung der Pharmaindustrie als Ganzes im Vergleich zu anderen Gesundheitssektoren und dann die Leistung der einzelnen Pharmaunternehmen anhand von neun Indikatoren.

Zu diesen Indikatoren gehören Transparenz, Forschung und Entwicklung, Integrität, Patientenzugang und -sicherheit, Produktqualität, Unterstützung und Dienstleistungen sowie ab 2021 die Unterstützung für Patient:innen während der Pandemie.

Mit den Ergebnissen von 2021 liegt die Pharmaindustrie zum ersten Mal seit 11 Jahren vor allen anderen Akteuren des Gesundheitswesens, was ihren Ruf angeht.

So gaben 76 Prozent der 2021 befragten Patientengruppen an, dass die Pharmaindustrie bei der Unterstützung von Patient:innen während der Pandemie „sehr effektiv“ oder „effektiv“ gewesen sei, im Vergleich zu nur 61 Prozent im Jahr 2020.

Das einzige Kriterium, das im Vergleich zum Vorjahr an Punkten verlor, war die Transparenz der klinischen Daten, wo die Hersteller zwischen 2020 und 2021 von 26 auf 25 Punkte abfielen.

ViiV Healthcare, Pfizer und Sun Pharma an der Spitze

Die Patientengruppen wurden auch gebeten, die Unternehmen der Pharmaindustrie mit dem besten Ruf zu benennen. Die drei Rankings wurden aufgeteilt in die fünf größten Pharmaunternehmen, die drei größten „Big-Pharma“-Unternehmen und die drei größten Generikaunternehmen.

Von den 47 Pharmaunternehmen, die an der Umfrage von Patient View teilnahmen, erhielt ViiV Healthcare, ein auf die Entwicklung von AIDS-Behandlungen spezialisiertes Unternehmen, das aus der Fusion von Pfizer und GSK hervorgegangen ist, die höchste Bewertung.

Auf den nächsten Plätzen folgen das führende Pharmaunternehmen Pfizer, das Biotech-Unternehmen Roche/Genentech und zwei weitere Pharmaunternehmen: das amerikanische Gilead Sciences und das belgische Janssen, eine Tochtergesellschaft der Johnson & Johnson-Gruppe.

Von den 13 vorgeschlagenen „Big-Pharma“-Unternehmen haben Pfizer, Roche/Genentech und Janssen die Nase vorn.

Schließlich sind Sun Pharma aus Indien, Sandoz aus der Schweiz und Mylan aus den USA aus Sicht der Patient:innen die drei besten Generikahersteller.

Trotz einer deutlichen Verbesserung im Vergleich zu 2020 sind die meisten Teilnehmer:innen der Umfrage der Meinung, dass die Pharmaindustrie in Bezug auf Transparenz, Kommunikation über die Preispolitik und den Zugang zu Arzneimitteln noch Verbesserungspotenzial hat.

Außerdem wünschen sich die Teilnehmer:innen, dass die Patient:innen in die Forschung und Entwicklung einbezogen werden.

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[Bearbeitet von Alice Taylor]

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