Mehrheit der Deutschen will Impfpflicht für alle

In den einzelnen Ländern der Europäischen Union ist die Impfquote unterschiedlich hoch. So sind zum Beispiel nur 24,2 % der Bulgaren geimpft, aber 86,7 % der Portugiesen.

Neben der Impfpflicht wünscht sich die Mehrheit der Bürger:innen auch die Boosterimpfung. Sorgen bereiten wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens, berichtet der Tagesspiegel, Medienpartner von EURACTIV.

Der Zuspruch für eine allgemeine Corona-Impfpflicht nach 46% im August ist bei den Deutschen auf nun 57% gewachsen. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag (4. November) veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des „RTL/ntv-Trendbarometers“.

Vier von zehn Befragten (39%) sprechen sich den Ergebnissen zufolge dagegen aus. Vor drei Monaten habe noch die Hälfte (50%) eine allgemeine Impfpflicht abgelehnt. Noch mehr Zuspruch als eine allgemeine Impfpflicht findet etwa eine Impfpflicht für den Gesundheits- und Pflegebereich: 74% sprechen sich laut der Umfrage aktuell dafür aus.

Eine große Mehrheit der vollständig gegen Corona geimpften Menschen in Deutschland möchte auch eine Auffrischungsimpfung.

Demnach wollen 70% der bereits vollständig Geimpften eine dritte Impfung bekommen, 5% haben diese bereits erhalten. Rund ein Fünftel der vollständig Geimpften (18%) hingegen strebe keine Auffrischungsimpfung an, 7% seien bei dem Thema unschlüssig („weiß nicht“).

Über die Frage, ob eine Booster-Impfung gegen Corona sinnvoll ist, fühlen sich der Umfrage zufolge zwei Drittel (69%) der vollständig gegen Geimpften ausreichend informiert. Ein knappes Drittel (31%) der doppelt geimpften Menschen, insbesondere die unter 45-Jährigen, fühle sich dagegen nicht ausreichend informiert.

In einer ebenfalls am Donnerstag veröffentlichen Umfrage von Infratest dimap für den „ARD-Deutschlandtrend“ äußerten 57% der Befragten einerseits die Sorge vor neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland, andererseits haben 58% der Befragten auch Bedenken, dass das Gesundheitswesen an seine Grenzen stoßen könnte.

Mit Blick auf die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen bezeichnete der Umfrage zufolge knapp die Hälfte der Wahlberechtigten (46%) die geltenden Einschränkungen als weiterhin angemessen.

Für knapp jeden Vierten (23%) gingen sie dagegen bereits jetzt zu weit. Allerdings sei der Zuspruch für strengere Regeln innerhalb eines Monats deutlich gewachsen: Doppelt so viele Menschen (29%) wie noch Anfang Oktober gingen die bestehenden Regeln mittlerweile nicht mehr weit genug.

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