Impfstoffhersteller Sanofi macht Hoffnung auf Booster gegen Omikron

Sanofi arbeitet an einer Auffrischungsdosis, die vor allem gegen die Omicron-Variante wirksam zu sein scheint. [YOAN VALAT/EPA]

Das französische Pharmaunternehmen Sanofi hat am Montag (13. Juni) ermutigende Ergebnisse in Bezug auf seinen Impfstoff bekannt gegeben. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen GSK entwickelt und in zwei klinischen Studien erfolgreich getestet.

Zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie entwickelt Sanofi eine Auffrischungsimpfung, die vor allem gegen die Omicron-Variante wirksam zu sein scheint.

„Der Auffrischungsimpfstoff der nächsten Generation stärkt das Immunsystem von Erwachsenen, die mit mRNA-Impfstoffen geimpft wurden, und zeigt eine stärkere Immunantwort als der Comirnaty-Auffrischungsimpfstoff von Pfizer-BioNTech“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Der Sanofi-GSK-Impfstoff, der auf der Beta-Variante des Antigens basiert, befindet sich in der klinischen Phase III, der letzten Phase vor der Marktzulassung. Den neuesten Ergebnissen zufolge führt das Serum bei Erwachsenen, die mit einem RNA-Impfstoff wie dem von Pfizer/BioNTech und Moderna geimpft wurden, zu einem „signifikanten Anstieg der Antikörper.“

Klinische Studien zeigen einen 40-prozentigen Anstieg der Antikörper gegen die Omicron-Variante und die BA.1-Untervariante, so Sanofi.

„Die Beta-Variante weist ähnliche Mutationen in mehreren besorgniserregenden Varianten auf, einschließlich der Omicron-Variante, was sie zu einem starken Impfstoffkandidaten macht, der einen breiten Schutz gegen mehrere Stämme von Corona bietet“, so Thomas Triomphe, Executive Vice President von Sanofi Vaccines.

Eine parallele Studie, die von der Assistance publique – Hôpitaux de Paris (HP-HP) durchgeführt wurde, zeigte ebenfalls, dass die Auffrischungsdosis von Sanofi zu einer stärkeren Immunantwort führte als eine Auffrischungsdosis von Pfizer-BioNTech oder eine Boosterdosis von Sanofi-GSK.

„Angesichts der Daten zur Kreuzneutralisierung aus der unabhängigen AP-HP-Studie glauben wir, dass dieser Booster der neuen Generation eine wichtige Rolle bei Impfkampagnen im öffentlichen Gesundheitswesen spielen könnte“, fügte Triomphe von Sanofi hinzu.

10 EU-Länder fordern mehr Flexibilität bei Impfstoffverträgen

Eine Koalition von 10 EU-Ländern hat eine Änderung der mit den Corona-Impfstoffherstellern abgeschlossenen Abnahmegarantievereinbarungen (APA) gefordert, da die verfügbaren Bestände an Corona-Impfstoffen die Nachfrage der Länder übersteigen.

Noch kein französischer Impfstoff verfügbar

Während Sanofi ermutigende Ergebnisse für seine Auffrischungsimpfstoffe vorweisen kann, gibt es zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie noch immer keinen fertigen französischen Impfstoff.

Am 3. Mai bezeichnete Sanofi sein Corona-Impfstoffentwicklungsprogramm als „Fehlschlag“, der weit hinter seinen Konkurrenten Pfizer und Moderna zurückbleibt.

„Wir müssen zugeben, dass es im Hinblick auf die erforderliche Geschwindigkeit ein Misserfolg ist“, erklärte Serge Weinberg, der Vorsitzende des Konzerns, gegenüber den Aktionär:innen.

Es gibt noch ein weiteres französisches Labor, das sich ebenfalls am Wettlauf um neue Vakzine beteiligt: das französisch-österreichische Unternehmen Valneva.

Am Montag kündigte dessen Geschäftsführer jedoch an, dass die Entwicklung des wertvollen Serums „ohne ein ausreichendes Auftragsvolumen“ schnell enden könnte, und forderte die europäischen Länder auf, mehr Dosen zu kaufen, um den Vertrag mit der EU aufrechtzuerhalten.

Im Anschluss an diese Ankündigung fielen die Valneva-Aktien an der Börse um 20 Prozent.

Mitte Mai hatte die Europäische Kommission damit gedroht, den Vertrag mit Valneva zu kündigen, wenn das Unternehmen nicht bis zum 13. Juni die Marktzulassung von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erhält. Einen Tag nach Ablauf dieser Frist war die Zulassung immer noch nicht erteilt.

Sanofi und GSK ihrerseits hoffen, den zuständigen Behörden in den kommenden Wochen positive Ergebnisse ihrer klinischen Versuche vorlegen zu können, damit ihr Impfstoff bis Ende des Jahres auf den Markt kommen kann.

Pandemie hat Image von Pharmariesen aufgebessert

Seit der Pandemie hat sich das Image großer Pharmaunternehmen wie Sanofi, Pfizer, AstraZeneca und Bayer in der Öffentlichkeit verbessert, wie eine Umfrage unter 2.150 Patientengruppen weltweit ergab.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

Subscribe to our newsletters

Subscribe