Griechische Regierung will ungeimpfte Personen per SMS zur Impfung anregen

Die Regierung plant, den Dienst unmittelbar nach der Genehmigung durch die Datenschutzbehörde einzuführen, was jedoch Fragen über die Sicherheit persönlicher Daten aufgeworfen hat. [Shutterstock/Mix Tape]

Die Regierung plant, den Dienst unmittelbar nach der Genehmigung durch die Datenschutzbehörde einzuführen, was jedoch Fragen über die Sicherheit persönlicher Daten aufgeworfen hat.

„Die gesamte internationale wissenschaftliche Gemeinschaft befürwortet die Impfung gegen COVID-19. Sie können Teil der Lösung sein. Buchen Sie jetzt Ihren Impftermin unter emvolio.gov.gr.“ Dies ist ein Beispiel dafür, was ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger auf ihren Mobiltelefonen erhalten, bis sie krank werden oder sich für die Impfung entscheiden.

Nur 63,4 % der Allgemeinbevölkerung haben mindestens eine Dosis erhalten, während 60,8 % vollständig geimpft sind.

In der Ankündigung des Gesundheitsministeriums heißt es, dass nun „personalisierte Kampagnen“ geplant sind, um die Menschen zu einer Impfung zu bewegen, was Fragen zur Sicherheit der persönlichen Daten aufwirft.

Laut SKAI TV sollen etwa 450.000 ungeimpfte Bürger diese Mitteilungen erhalten. Die Infektionen brechen derzeit alle Fallrekorde im Land. Die nationale Gesundheitsorganisation (EODY) meldete allein in den letzten 24 Stunden 5.449 Infektionen.

Die Zahl der Todesfälle von COVID-19-Patienten stieg auf 52, so dass sich die Gesamtzahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie auf 15.990 beläuft. 95,4 % von ihnen hatten eine Grunderkrankung und/oder waren 70 Jahre alt oder älter. In Nordgriechenland gerät die Situation außer Kontrolle, und die Krankenhäuser werden in Alarmbereitschaft versetzt. Griechischen Medienberichten zufolge wird erwartet, dass die Rückkehr von Spezialkliniken nur für Patienten mit COVID-19 bald angekündigt wird.

Am 9. Oktober gewährte Griechenland den vollständig geimpften Bürgern Freizügigkeit und hob damit die Beschränkungen auf, die wegen des Coronavirus in den „roten“ Gebieten verhängt worden waren, in denen es zu einem raschen Anstieg der Fälle gekommen war. Experten betonten, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei und dass die grundlegenden persönlichen Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit beibehalten werden müssten. Dennoch war die Regierung bestrebt, die Wirtschaft, die zu einem großen Teil auf Dienstleistungen beruht, wieder in Gang zu bringen.

Der neu ernannte Gesundheitsminister Thanos Plevris, ein Politiker mit rechtsextremem Hintergrund, hatte zuvor Bedenken geäußert, ob für bestimmte Gruppen wie Lehrer Pflichtimpfungen vorgeschrieben werden könnten. Er hat auch Verständnis für diejenigen geäußert, die zögern, sich impfen zu lassen. Seit seinem Amtsantritt zieht er nun neben anderen Maßnahmen eine Impfpflicht in Betracht.

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