Frankreich führt Impfpflicht für Gesundheitspersonal ein

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat ab 15. September, nachdem allen Bürgern ein Impfangebot gemacht werden konnte, eine Impfpflicht für Pflegekräfte erlassen. EPA-EFE/STEPHANE DE SAKUTIN / POOL MAXPPP OUT

Pflegekräfte müssen sich bis 15. September impfen lassen, sonst werden sie nicht weiter bezahlt. Auch Griechenland kündigt eine Impfpflicht für Mitarbeiter in Altenheimen an, berichtet der Medienpartner von EURACTIV.de Der Tagesspiegel.

Frankreich führt eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte ein. Präsident Emmanuel Macron begründete dies am Montag in einer Fernsehansprache mit der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus.

Alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen müssen sich nach seinen Worten bis spätestens zum 15. September impfen lassen. Andernfalls können sie laut Gesundheitsminister Oliver Véran nicht mehr arbeiten und werden nicht mehr bezahlt.

Kurz zuvor hatte auch Griechenland eine Impfpflicht angekündigt. Nach Angaben von Regierungschef Kyriakos Mitsotakis gilt sie ab Mitte August für Mitarbeiter in Altenheimen und ab dem 1. September für den Gesundheitsbereich.

„Wir können das letzte Kapitel der Gesundheitskrise nur beenden, wenn jeder das Vakzin der Freiheit in seinem Arm hat“, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Das Land werde nicht wegen der ablehnenden Haltung einzelner in einen neuen Lockdown gehen.

Für früh in diesem Jahr geimpfte Risikogruppen soll es in Frankreich zudem ab September Auffrischungs-Impfungen mit einer dritten Dosis geben.

Macron sprach von einem neuen „Wettlauf“ gegen das Virus, das sich wieder in ganz Frankreich ausbreite. Ohne rasches Handeln drohe neuer Druck auf die Krankenhäuser.

In Italien gibt es die Pflicht-Impfung für Ärzte und anderes medizinisches Personal bereits seit Mai. In Deutschland wird darüber diskutiert, sie für das Personal in Kitas und Schulen einzuführen.

Darüber hinaus will Frankreich die Vorlage eines Gesundheitspasses ab August zur Voraussetzung für den Besuch von Restaurants oder Einkaufszentren sowie die Nutzung von Zügen oder Flügen im Inland machen.

Der Pass gibt Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder einen negativen Test. In Griechenland sind Einschränkungen für nicht Geimpfte bereits ab diesem Freitag geplant.

In Frankreich wie in Griechenland sind jeweils rund 40 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. In beiden Ländern war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. Experten führen dies auf die Delta-Variante zurück, die erstmals in Indien festgestellt worden war.

In Frankreich zeigte die halbstündige Ansprache Macrons umgehend Wirkung: Die Buchungsseite Doctolib erklärte auf Twitter, die Zahl der vereinbarten Impftermine sei sprunghaft angestiegen.

Eine Corona-Impfpflicht als Mittel gegen die Pandemie wird in vielen Ländern diskutiert. Eine Impfpflicht für die gesamte erwachsene Bevölkerung eines Landes ist allerdings selten.

Im zentralasiatischen Tadschikistan gibt es ein Regierungsdekret, wonach jeder ab 18 Jahren sich gegen das Coronavirus impfen lassen muss. Nähere Bestimmungen zur Umsetzung dieser Impfpflicht gibt es allerdings nicht.

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