EU-Kommission gibt neue Empfehlungen für impfpräventable Krebsarten heraus

"Mit sicheren und wirksamen Impfstoffen haben wir die historische Chance, Gebärmutterhalskrebs und andere durch diese Viren verursachte Krebsarten zu eliminieren", sagte die für Gesundheit zuständige Kommissarin Stella Kyriakides (Bild) in einer Pressemitteilung. [EC-Audiovisual Server /Lukasz Kobus]

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch (31. Januar) neue Empfehlungen zu Krebsarten vorgelegt, die durch Impfung vermieden werden können. Darin werden Ziele für die Mitgliedstaaten zur Förderung der Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) und Hepatitis-B-Viren (HBV) festgelegt.

Das humane Papillomavirus (HPV) ist weltweit für etwa fünf Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich. Am häufigsten tritt Gebärmutterhalskrebs auf, aber es kann auch Scheiden-, Vulva-, Anal-, Penis- und Mundrachenkrebs verursachen. Allein in Europa ist HPV für etwa 90.000 Krebsfälle pro Jahr verantwortlich.

„Mit sicheren und wirksamen Impfstoffen haben wir die historische Chance, Gebärmutterhalskrebs und andere durch diese Viren verursachte Krebsarten zu eliminieren“, sagte die für Gesundheit zuständige Kommissarin Stella Kyriakides in einer Pressemitteilung.

Mit den neuen Empfehlungen, die ursprünglich bis Ende 2023 erwartet wurden, sollen die bereits im europäischen Plan zur Krebsbekämpfung und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Ziele erreicht werden.

Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung sieht vor, dass mindestens 90 Prozent der Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren gegen HPV geimpft werden und die Impfquote bei Jungen bis 2030 erhöht wird.

Für HBV (Hepatitis B) hat die WHO Impfquoten von 95 Prozent für schwangere Frauen, die auf Hepatitis B untersucht werden, für Neugeborene, die bei der Geburt eine Dosis erhalten, und für die vollständige Durchimpfung von Kindern festgelegt.

Obwohl diese Ziele bereits in Kraft sind, warnte die Kommission in ihrer Mitteilung, dass „es noch ein weiter Weg bis zur Erreichung dieser Ziele ist.“

In dem Text wird erläutert, dass in vielen Mitgliedstaaten die HPV-Impfquote bei Mädchen immer noch unter 50 Prozent liegt und für Jungen und junge Erwachsene nur wenige Daten vorliegen. Außerdem wird festgestellt, dass ein erheblicher Mangel an Daten über HBV-Impfquoten besteht.

Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten auf, HPV- und HBV-Impfprogramme zu stärken. Dazu sollen sie diese in ihre nationalen Programme integrieren und die Überwachung der Durchimpfungsraten durch elektronische Impfregister verbessern.

Sie fordert die EU-Staaten außerdem auf, sich an den europäischen Plan zur Krebsbekämpfung und den Zeitplan der WHO zu halten und ein konkretes Ziel für die HPV-Impfung von Jungen festzulegen.

Die Empfehlungen zielen auch darauf ab, die Entwicklung von Modellierungsinstrumenten und Analysen zu unterstützen, um die Kosteneffizienz der Krebsprävention dieser beiden Viren abzuschätzen. Damit sollen die Mitgliedstaaten in ihrer Entscheidungsfindung bei der Aufnahme der Impfung in ihre nationalen Immunisierungs- und Krebspräventionsprogramme unterstützt werden.

Die Kommission kündigte außerdem an, dass sie gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bis Ende 2024 eine neue Übersicht über die nationalen Impfraten für HPV und HBV entwickeln wird, um die Überwachung in der gesamten EU zu verbessern.

Studie: Fast jeder dritte Mann von einer genitaler HPV-Infektion betroffen

Einer Studie zufolge ist fast jeder dritte Mann weltweit mit mindestens einem humanen Papillomavirus (HPV) infiziert. Dies zeigt, wie wichtig es ist, Männer in Impfstrategien einzubeziehen, denn einige der Viren sind krebserregend oder krebsauslösend.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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