EU-Gesetzgeber wollen EU’s Rolle im Kampf gegen Krebs stärken

Am Donnerstag (9. Dezember) wurde über die umfassende Krebsstrategie abgestimmt, ein Teil der umfassenderen Bestrebungen zur Förderung einer europäischen Gesundheitsunion. [Gorodenkoff/Shutterstock]

Der Sonderausschuss des Europäischen Parlaments zur Krebsbekämpfung (BECA) hat den Bericht „Europa im Kampf gegen den Krebs stärken“ angenommen und damit Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit festgelegt. EURACTIV France berichtet.

Der Bericht wurde mit 29 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und vier Enthaltungen angenommen. Er zielt darauf ab, die Koordination zwischen den EU-Ländern zu verstärken, um Ungleichheiten im Kampf gegen Krebs zu bekämpfen. Der BECA-Ausschuss wurde im Juni 2020 gebildet.

„Wir können nicht akzeptieren, dass Ungleichheiten beim Zugang zu Diagnose und Behandlung fortbestehen“, sagte der Vorsitzende des BECA-Ausschusses, Bartosz Arłukowicz (EVP), in einer Presseerklärung.

Der ungleiche Zugang zu Diagnosen und Behandlungen hat dramatische Folgen. So hat beispielsweise eine Frau mit Brustkrebs in einem Land eine 25 % geringere Überlebenschance als eine Frau mit demselben Krebs in einem anderen Land.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist nach Ansicht der Abgeordneten, dass die EU-Länder zusammenarbeiten sollten, um Engpässe bei Arzneimitteln zu bekämpfen, zum Beispiel durch gemeinsame Beschaffungsverfahren.

Für die Patient:innen bestehen jedoch nach wie vor Ungleichheiten, zumal die östlichen Länder der EU im Vergleich zum Norden um solide Gesundheitssysteme kämpfen. Die gemeinsame Beschaffung von Arzneimitteln wäre auch einer wirksamer Weg, um einen fairen Zugang zu innovativen Behandlungen zu gewährleisten.

„Die Verknüpfung von Präventions-, Pflege- und Forschungsmaßnahmen wird durch ein Europäisches Wissenszentrum gewährleistet, das ein virtuelles ‚Europäisches Krebsinstitut‘ bildet“, so die Berichterstatterin des Ausschusses, die Europaabgeordnete Véronique Trillet-Lenoir (Renew Europe).

Förderung einer Europäischen Gesundheitsunion

Die Vertreter des BECA-Ausschusses wiesen auch auf die Folgen der Pandemie im Kampf gegen Krebs hin.

In ihrem Bericht fordern die Abgeordneten europäische Präventions- und Managementpläne, „um die nationalen Gesundheitssysteme widerstandsfähiger zu machen und Engpässen bei Medikamenten, Ausrüstung, Produkten und Personal in Zeiten von Gesundheitskrisen vorzubeugen und damit umgehen zu können“.

Die Krebsstrategie, über die am Donnerstag (9. Dezember) abgestimmt wurde, ist Teil der umfassenderen Bemühungen zur Förderung einer europäischen Gesundheitsunion. Der Ausschuss bezeichnete sie als einen „ersten Schritt“, der „als Modell für andere nicht übertragbare Krankheiten“ dienen sollte.

„Wenn wir als Union den Bau von Brücken, Straßen und Museen co-finanzieren können, dann müssen wir auch den Kampf gegen den schlimmsten Killer unserer Zeit, den Krebs, aufnehmen“, fügte Arłukowicz hinzu.

Der Bericht wird voraussichtlich Anfang 2022 vom gesamten Europäischen Parlament angenommen werden.

Europaabgeordnete: Zu viele Ungleichheiten bei Krebsbehandlung innerhalb der EU

In der EU gibt es nach wie vor Ungleichheiten beim Zugang zu Krebsbehandlungen. Überlebenschancen unterscheiden sich in den einzelnen Mitgliedstaaten um bis zu 25 %, warnen europäische Gesetzgeber:innen.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

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