EMA gibt Corona-Vakzin von Moderna für Zwölf- bis 17-Jährige frei

Die Wirkung des Morderna-Impfstoffs bei Zwölf- bis 17-Jährigen sei in einer Studie mit 3732 Probanden überprüft worden, erklärte die EMA. Die Studienteilnehmer wiesen demnach eine den erwachsenen Geimpften vergleichbare Immunreaktion auf. [SHUTTERSTOCK]

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren freigegeben. Die Anwendung des Impfstoffs in dieser Altersgruppe erfolge genauso wie bei Erwachsenen, teilte die in Amsterdam ansässige Behörde am Freitag (23. Juli) mit.

Das Bundesgesundheitsministerium sprach von einer „guten Nachricht“. Bisher hatte nur der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer eine EU-weite Zulassung für diese Altersgruppe.

Die Wirkung des Morderna-Impfstoffs bei Zwölf- bis 17-Jährigen sei in einer Studie mit 3732 Probanden überprüft worden, erklärte die EMA. Die Studienteilnehmer wiesen demnach eine den erwachsenen Geimpften vergleichbare Immunreaktion auf.

Auch die Impfreaktionen, die nach Verabreichung des Vakzins auftreten könnten, seien bei Kindern und Erwachsenen ähnlich. Als Beispiele nannte die EMA Schmerzen und Schwellungen im Impfarm, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Lymphknotenvergrößerungen, Schüttelfrost, Übelkeit und Fieber. Diese Reaktionen seien in der Regal „mild bis moderat“ und gingen binnen weniger Tage nach der Impfung zurück.

Zugleich betonte die EMA, dass aufgrund der begrenzten Studienteilnehmerzahl möglicherweise nicht alle möglichen Nebenwirkungen, die nach einer Moderna-Impfung bei Kindern auftreten können, erfasst worden seien. Auch sei es nicht möglich gewesen, das Risiko durch seltene Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) oder Herzbeutelentzündungen (Perikarditis) zu bewerten.

Insgesamt stufte die EMA den Moderna-Impfstoff, der offiziell Spikevax heißt, jedoch als gleichermaßen sicher für Kinder und Erwachsene ein. „Die Vorteile von Spikevax bei Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren überwiegen im Verhältnis zu den Risiken, insbesondere bei Kindern mit Vorerkrankungen, die das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung vergrößern.“

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte zu der EMA-Entscheidung: „Jede Impfung zählt – gerade jetzt, wo die Infektionszahlen wieder steigen.“ Nun könne jenen Kindern und Jugendlichen, die geimpft werden wollen, „noch schneller ein Impfangebot“ gemacht werden.

In Deutschland können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren seit dem 7. Juni mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt dies allerdings nur bei bestimmen Vorerkrankungen oder anderen Risikofaktoren. Sie hat mit Verweis auf die bislang dünne Datenlage bislang noch keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen.

Da viele Erwachsene noch nicht geimpft sind und es weltweit nicht genügend Corona-Impfstoff gibt, ist die Immunisierung von Kindern umstritten: Kinder und Jugendliche leiden nur sehr selten unter schweren Covid-19-Erkrankungen. Andererseits kann ihre Impfung dazu beitragen, einen Gemeinschaftsschutz, die sogenannte Herdenimmunität, zu erreichen.

Nach Angaben der EU vom Donnerstag liegt die Zahl der vollständig gegen das Coronavirus geimpften EU-Bürger inzwischen bei 200 Millionen Menschen. Damit hat in der EU mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung einen vollständigen Immunschutz gegen Covid-19. Das Ziel der EU-Kommission, bis zum Sommer eine Impfquote von 70 Prozent zu erreichen, ist aber noch ein gutes Stück entfernt.

Angesichts der sich derzeit auch in Europa rasch ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus – die besonders ansteckend ist – mahnten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Freitag eine Test-Offensive und eine Verbesserung der Kontaktnachverfolgung an.

Beide Organisationen forderten mehr kostenlose Testmöglichkeiten, eine Ausweitung der sogenannten Sequenzierung zur Aufspürung von Virus-Varianten, Anreize für die Einhaltung von Quarantänepflichten, die Stärkung der Kontaktverfolgung und die Sicherstellung einer hohen Impfquote unter besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Subscribe to our newsletters

Subscribe