Die English Football League startet Programm für ökologische Nachhaltigkeit

eEnglands zweithöchste Liga EFL wird ein ligaweites Nachhaltigkeitsprogramm einführen, das alle 72 Mitglieder betrifft. EPA-EFE/WILL OLIVER

Die English Football League (EFL) hat am Montag (11. Oktober) bekannt gegeben, dass sie sich mit dem Umweltzertifizierungssystem GreenCode zusammenschließen wird, um die zweithöchste Spielklasse in England nachhaltiger zu gestalten.

Die EFL hat 72 Mitglieder, 69 in England und 3 in Wales, und ist die höchste Spielklasse direkt nach der Premier League. Das neue Programm der EFL trägt den Namen „EFL Green Clubs“ und soll ihre Mitglieder helfen, ihrer Umweltpraktiken und -maßnahmen zu verbessern.

„Der Klimawandel ist heute eine der größten Herausforderungen der Menschheit“, sagte EFL-Geschäftsführer Trevor Birch bei der Vorstellung der Pläne. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die EFL und ihre Clubs Maßnahmen ergreifen, um uns zu verbessern und unsere Umweltauswirkungen zu minimieren“, fügte er hinzu.

Die EFL Green Clubs sollen das Know-how des weltweit ersten klimaneutralen Fußballvereins, der Forest Green Rovers, weitergeben. Dale Vince, der Vorsitzende des Vereins, ist gleichzeitig CEO des Beratungsunternehmens GreenCode, dem Partner der EFL bei der Ausarbeitung und Umsetzung des Programms.

Die Forest Green Rovers wurden 2018 zum ersten UN-zertifizierten klimaneutralen Fußballverein der Welt, nachdem der Vorsitzende Dale Vince 2010 Maßnahmen wie das Verbot des Verzehrs von rotem Fleisch für die Spieler umgesetzt hatte.

„Die Forest Green Rovers wurden von der UN und der FIFA zu Recht als Pioniere des grünen Fußballs anerkannt, und es ist fantastisch zu sehen, dass ihre Pionierarbeit nun in der gesamten Liga übernommen wird“, sagte Sportminister Nigel Huddleston.

Laut einer Pressemitteilung der EFL wird das Programm ein Akkreditierungssystem umfassen, das die Umweltleistung der Vereine bewertet, maßgeschneiderte Anleitungen und praktische Ratschläge zur Verfügung stellt, um den Vereinen bei der Umsetzung von Veränderungen zu helfen, und diejenigen auszeichnet, die in diesem Bereich hervorragen.

Darüber hinaus wird die EFL finanzielle Mittel bereitstellen, um jedem Verein die Teilnahme an dem Programm zu ermöglichen. Die EFL als Organisation wird auch eine GreenCode-Bewertung durchführen, um ihre Umweltpraktiken zu verbessern.

„Eine Reihe unserer Clubs unternimmt bereits praktische Schritte, um nachhaltiger zu werden… wir hoffen, dass die EFL Green Clubs jedem Club in unserem Wettbewerb die Möglichkeit bietet, seine Reise in eine nachhaltigere Zukunft fortzusetzen, zu verbessern oder zu beginnen“, sagte Birch.

England ins Rampenlicht stellen

England gilt allgemein als eines der führenden Länder für mehr Nachhaltigkeit im Fußball.

„In England gibt es mehr Gruppen, die sich bei verschiedenen Vereinen zusammenschließen und die Vereine bei der Verbesserung ihrer ökologischen Nachhaltigkeit unterstützen wollen“, erklärte Antonia Hagemann, Geschäftsführerin der Fanorganisation SD Europe, gegenüber EURACTIV.

Für England könnte die Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit in seinem Nationalsport auch eine Frage des nationalen Images sein.

„Die COP26 in Glasgow steht vor der Tür, und die EFL Green Clubs Initiative stellt Fußballvereine zu Recht in den Mittelpunkt der Sektoren, die ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten“, fügte Huddleston hinzu.

Die deutsche Bundesliga wird im Dezember darüber abstimmen, ob Nachhaltigkeitskriterien für die Lizenzierung von Vereinen in der Liga verpflichtend werden sollen.

Sollte die Abstimmung positiv ausfallen, könnten Vereine der höchsten deutschen Spielklasse bereits ab 2024 verpflichtet werden, erhebliche Ressourcen für die Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit aufzuwenden.

Deutsche Bundesliga will Nachhaltigkeitskriterien für Vereine einführen

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will bis 2024 die Nachhaltigkeit in ihren Lizenzierungskriterien verankern. Die 36 Vereine der 1. und 2. Liga werden im Dezember darüber abstimmen, ob die Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Zukunft des Profifußballs“ umgesetzt werden sollen.

Damit ist der Vorstoß der EFL die zweite Anstrengung einer großen Liga innerhalb weniger Monate, denn der Wunsch nach einer Dekarbonisierung des Fußballs scheint bei Fans und Vorständen von Fußballvereinen zu wachsen.

Es bestehen jedoch Zweifel, ob die Erfolge in Deutschland und England anderswo wiederholt werden können. Fußballfans außerhalb Deutschlands und des Vereinigten Königreichs sind vergleichsweise weniger an ökologischer Nachhaltigkeit interessiert, so Hagemann.

„Die ökologische Nachhaltigkeit im Fußball steht noch am Anfang, ganz am Anfang“, fügte sie hinzu.

Unterstützer

Life Tackle

Life Programme

LIFE TACKLE wird vom LIFE-Programm für Umwelt- und Klimapolitik der Europäischen Union kofinanziert - Projektnummer LIFE17 GIE/IT/000611



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