COVID-Zertifikate verfallen neun Monate nach erstem Impfzyklus

Beamte der italienischen Polizei in Rom überprüfen den QR-Code, der bestätigt, dass jemand den Corona-Impfstoff erhalten hat. Rom, Italien, 06. Dezember 2021 [EPA-EFE/GIUSEPPE LAMI]

Ab dem 1. Februar wird das digitale COVID-Zertifikat der EU nach Angaben der Europäischen Kommission nur noch neun Monate nach der letzten Dosis des ersten Impfzyklus gültig sein.

Die neue Regelung gilt für diejenigen, die das Zertifikat für Reisen innerhalb der EU verwenden, und schließt keine Auffrischungsdosen ein, heißt es in der Ankündigung vom Dienstag (21. Dezember).

Als das digitale COVID-Zertifikat der EU Mitte Juni dieses Jahres eingeführt wurde, war es den Mitgliedstaaten überlassen, wie lange sie die Impfnachweise im Zusammenhang mit Reisen akzeptieren. Dies wird sich jedoch ab dem 1. Februar ändern.

Für einen Ein-Dosis-Impfstoff bedeutet dies 270 Tage ab der ersten und einzigen Impfung. Bei einer Zweifachimpfung sind es 270 Tage nach der zweiten Impfung oder, je nach Impfstrategie des Mitgliedstaats in dem geimpft wurde, nach der ersten und einzigen Impfung, nachdem man sich von dem Virus genesen hat.

Die Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärte, dass „eine harmonisierte Gültigkeitsdauer für das digitale COVID-Zertifikat der EU eine Notwendigkeit für die sichere Freizügigkeit und die Koordinierung auf EU-Ebene ist“. Sie fügte hinzu, dass „die kohärente Verwendung in der gesamten EU“ der Grund für den Erfolg des Zertifikats sei.

Auch wenn für Reisezwecke neue Vorschriften gelten, sind die Mitgliedstaaten, die die Zertifikate auf nationaler Ebene verwenden, aufgefordert, sie an diese neuen Vorschriften anzupassen, „um den Reisenden Sicherheit zu bieten und Störungen zu verringern“.

In der Pressemitteilung der Kommission heißt es, dass „die neuen Vorschriften sicherstellen werden, dass die Beschränkungen auf den besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie auf objektiven Kriterien beruhen“.

Man hofft, dass dies das Funktionieren des Binnenmarktes gewährleistet und den EU-Bürgern Klarheit bei der Ausübung ihres Rechts auf Freizügigkeit verschafft.

Justizkommissar Didier Reynders sagte, dass „einseitige Maßnahmen in den Mitgliedstaaten uns zu der Zersplitterung und Unsicherheit zurückbringen würden, die wir im letzten Frühjahr erlebt haben“.

Die neunmonatige Anerkennungsfrist für Impfnachweise werde Bürgern und Unternehmen „die Sicherheit geben, die sie brauchen, um ihre Reisen mit Vertrauen zu planen“, so Reynders.

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Warum neun Monate?

Die Gültigkeitsdauer ist an Auffrischungsimpfungen gebunden. Nach den Leitlinien des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) werden Auffrischungsimpfungen spätestens sechs Monate nach Abschluss des ersten Impfzyklus empfohlen.

Das Zertifikat bleibt nach diesen sechs Monaten noch drei Monate lang gültig, um sicherzustellen, dass die nationalen Impfkampagnen angepasst werden können und die Bürger:innen Zugang zu Auffrischungsimpfungen haben.

Die Gültigkeit des Zertifikats nach der Auffrischungsimpfung wurde nicht festgelegt.

Ein Sprecher der Kommission sagte, dass die Auffrischungsimpfungen eine starke Immunität verleihen, aber es ist noch nicht klar, wie lange diese anhält.

„Wir werden sehr genau beobachten, wie lange die Immunität anhält […], und wir werden zusätzliche Maßnahmen ergreifen, je nachdem, welche Nachweise wir finden“, sagte die Sprecherin.

Die Kommission hat auch die Regeln für die Eintragung der Auffrischungsimpfungen in das Zertifikat angenommen.

Eine Auffrischungsimpfung im Anschluss an einen ersten Impfzyklus mit zwei Dosen wird als „3/3“ eingetragen, während eine Auffrischungsimpfung nach einer Einzeldosis sowie für eine Dosis eines Impfstoffs mit zwei Dosen, der einer genesenen Person verabreicht wurde, als „2/1“ eingetragen wird.

Kyriakides betonte, dass „sichergestellt werden muss, dass Auffrischungskampagnen so schnell wie möglich durchgeführt werden, dass möglichst viele Bürger:innen durch eine zusätzliche Dosis geschützt werden und dass unsere Zertifikate ein wichtiges Instrument für Reisen und den Schutz der öffentlichen Gesundheit bleiben“.

Das digitale COVID-Zertifikat der EU wird von der Kommission als „eine Erfolgsgeschichte der EU“ bezeichnet. Bislang wurden in der EU 807 Millionen Zertifikate ausgestellt, und 60 Länder und Gebiete auf fünf Kontinenten haben sich dem System angeschlossen.

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[Bearbeitet von Alice Taylor]

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