Aggressive Impfgegner nehmen slowakische Ärzte ins Visier

Die Anti-Impf-Bewegung kommt vielfältig daher - von friedlich bis aggressiv. Im Bild: Teilnehmer einer Anti-Vaxx-Demonstration in Los Angeles, USA. [Matt Gush / Shutterstock]

Impfgegner in der Slowakei haben begonnen, vor den Häusern der sich öffentlich für Impfungen aussprechenden Ärzte und Ärztinnen Pavel Jarčuška, Vladimír Krčméry und Elena Prokopová zu demonstrieren. Bisher sei es dabei „nur“ zu verbalen Angriffen gekommen, berichtet die Tageszeitung Dennik N.

Die Protestierenden hätten es nicht geschafft, die Ärzt:innen direkt anzugreifen, seien aber sehr aggressiv aufgetreten, unter anderem gegenüber den Nachbarn, hieß es weiter.

Prokopová, eine der bekanntesten Kinderärztinnen der Slowakei, hat sich in den Medien mehrfach über die Notwendigkeit von Impfungen – nicht nur gegen das Coronavirus – geäußert, denkt nach der aggressiven Kampagne gegen sie nun aber offenbar darüber nach, dies künftig nicht mehr oder weniger zu tun. „Ich finde es absurd, dass die Gesellschaft das zulässt. Diese Menschen versuchen, meine persönliche Integrität in Frage zu stellen, nur weil ich meine Expertenmeinungen vertrete,“ sagte sie gegenüber Dennik N.

Die Angriffe wurden von mehreren Regierungspolitiker:innen verurteilt, unter anderem von Ministerpräsident Eduard Heger, der per Facebook mitteilte: „Ich fordere die Staatsanwaltschaft und die Polizei auf, diese Vorgänge genau zu beobachten und energisch einzugreifen, wenn es die Situation erfordert.“

Die Polizei hat ihrerseits ebenfalls angekündigt, man werde derartige Aktionen der Impfgegner in Zukunft nicht mehr dulden.

Auch Innenminister Roman Mikulec versprach: „Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Menschen zu schützen. Ich rufe Menschen, die sich durch die Aktionen solcher Personen bedroht fühlen, auf, dies umgehend zu melden. Wir werden dann umgehend handeln.“

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