Sinkevicius: Regulierung von PFAS ist ein wichtiger Schritt für die Trinkwasserqualität

Die Aufnahme von Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS) in die EU-Trinkwasserrichtlinie sei ein wichtiger Schritt nach vorne und zeige das Engagement der EU, sich mit diesen Chemikalien auseinanderzusetzen, so Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius im Gespräch mit EURACTIV.

Erst kürzlich bewarb der Hollywood-Schauspieler Mark Ruffalo seinen Film Dark Waters und warnte vor dem Europäischen Parlament dabei vor der Verschmutzung des Trinkwassers durch PFAS.

PFAS sind synthetische Chemikalien, die in einer Vielzahl von Industrie- und Verbraucherprodukten wie Klebstoffen, Kosmetika und Reinigungsmitteln verwendet werden.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Europäische Umweltagentur (EEA) einen Überblick über die bekannten und potenziellen Risiken, die PFAS-Chemikalien für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellen, präsentiert. Die Agentur schätzt die mit der menschlichen Gesundheit und den Umwelt-Abhilfemaßnahmen verbundenen Kosten auf zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Ende 2019 erzielte die Europäische Union dann eine vorläufige Einigung über die Aktualisierung der Bewertungsparameter für Wasser für den menschlichen Gebrauch. In diesem Rahmen sind auch Grenzwerte für Leitungswasser für die 20 wichtigsten der insgesamt rund 4.700 PFAS-Stoffe enthalten.

Die Kommission will in den kommenden Jahren darüber hinaus eine Methode zur Messung aller PFAS entwickeln. Das Europäische Parlament und der EU-Rat werden dann auf der Grundlage der Kommissionsmethode einen neuen Grenzwert für alle 4.700 Stoffe festlegen.

Die inzwischen überarbeitete Trinkwasserrichtlinie bedarf noch der endgültigen Zustimmung des Europäischen Parlaments und der EU-Mitgliedstaaten.

Im vergangenen Dezember forderten vier Mitgliedstaaten die EU-Exekutive auf, einen Aktionsplan zu entwickeln, um PFAS bis 2030 schrittweise abzuschaffen, wobei nur noch Ausnahmen erlaubt sein sollen, wenn die Verwendung derartiger Stoffe unerlässlich ist. Diese Forderungen wurden in einem Brief an Frans Timmermans, den für den Green Deal zuständigen Vizepräsidenten der Kommission, formuliert.

Trinkwasserregulierung auf gutem Weg; Gesundheitsbedenken bestehen trotzdem weiter

Die finnische EU-Ratspräsidentschaft und das neu zusammengesetzte Europaparlament werden sich schon bald mit dem Abschluss der lange geforderten Trinkwasser-Richtlinie der EU beschäftigen.

Aus Sinkevičius‘ Sicht wird die zentrale Rechtsvorschrift für den Umgang mit gefährlichen Chemikalien die EU-Strategie für nachhaltige Chemikalienpolitik sein, obwohl das Thema auch im neuen Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft angesprochen werden könnte.

„Die neue Chemikalienstrategie wird im Sommer vorliegen. Und wir werden auf jeden Fall die entsprechenden Interessengruppen konsultieren, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen,“ kündigte er an.

„Unser Ziel ist klar: Eine Umwelt mit null Verschmutzung – um unsere Bürgerinnen und Bürger zu schützen“, fügte er hinzu.

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