WHO: Mikroplastik im Wasser (noch) kein Gesundheitsrisiko

shutterstock_747968842 [SHUTTERSTOCK]

Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen Kunststoffschadstoff-Nanopartikel sowohl im Leitungswasser als auch im abgefüllten Wasser keine offensichtliche Gesundheitsgefährdung dar. Das UN-Gremium erkennt jedoch an, dass weitere Forschung und Beweise erforderlich sind.

Der Bericht vom 28. August ist der erste Versuch der UN-Gesundheitsorganisation, die Auswirkungen von Mikrokunststoffen auf die menschliche Gesundheit zu bewerten, die in mehreren Studien in Meerwasser, Abwasser, Frischwasser, Lebensmitteln, Luft und Trinkwasser festgestellt wurden.

Die WHO-Studie konzentrierte sich insbesondere auf Mikrokunststoffe im Trinkwasser und sammelte die neuesten Erkenntnisse in einer systematischen Auswertung der vorhandenen Fachliteratur.

Die Sammlung von Daten über die gesundheitlichen Auswirkungen von Kunststoffpartikeln ist jedoch auf einige wenige Studien beschränkt, während es keine Hinweise darauf gibt, ob Risiken im Zusammenhang mit der physikalischen Gefährlichkeit von Kunststoffpartikeln bestehen.

Obwohl es keine ausreichenden Informationen gibt, um eindeutige Schlussfolgerungen über die Schädlichkeit von Nanopartikeln zu ziehen, gibt es keine verlässlichen Informationen, die darauf hindeuten, dass es sich um ein Problem handelt, so der Bericht.

Europäer bekommen Recht auf sauberes Trinkwasser

Die EU-Bürgerinitiative Right2Water war eine der erfolgreichsten, seit dieses Instrument 2009 eingeführt wurde. Gestern hat die Kommission auf den Erfolg der Kampagne reagiert.

Die Autoren des Berichts wiesen darauf hin, dass mehr Forschung und Wissen erforderlich seien, um eine robustere Bewertung des Risikos der Belastung durch Mikroplastiken für die menschliche Gesundheit durchzuführen, da noch mehrere Datenlücken bestehen.

Ein besseres Verständnis der Gesamtexposition gegenüber Mikrokunststoffen aus der weiteren Umgebung ist erforderlich, da Menschen einer Vielzahl von Umweltmedien, einschließlich Nahrung und Luft, ausgesetzt sein können.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bereits eine umfassende Überprüfung der vorhandenen Daten über Mikroplastik in Lebensmitteln durchgeführt und dabei hohe Konzentrationen in Meeresfischen und Schalentieren sowie in Bier und Meersalz festgestellt.

Eine der letzten Studien zu diesem Thema, die am 15. April in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, besagt, dass Kunststofffragmente durch Wind, Schnee und Regen transportiert werden können und sich in isolierten Hochgebirgsregionen fernab jeder lokalen Verschmutzungsquelle in der Atmosphäre absetzen.

Klimawandel führt zur Ausbreitung von Lungenentzündung verursachenden Bakterien

Ein wärmeres Klima und die alternde Bevölkerung Europas schaffen einen günstigen Nährboden für Legionella-Bakterien, die eine Art Lungenentzündung verursachen, die als Legionärskrankheit bekannt ist, wie Professor Martin Exner in einem Interview erklärte.

In ihren Empfehlungen fordert die WHO Wasserversorgungsunternehmen und Aufsichtsbehörden auf, der Entfernung von mikrobiellen Krankheitserregern und Chemikalien aus dem Trinkwasser, die als erhebliche Risiken für die menschliche Gesundheit bekannt sind, weiterhin Priorität einzuräumen.

Beispielsweise können bei der Abwasserbehandlung etwa 90 Prozent der Mikroplastiken im Wasser durch Verfahren wie Filtration entfernt werden.

Als Teil ihrer Kunststoffstrategie hat die Europäische Kommission im Februar 2018 einen Vorschlag zur Reform der Trinkwasserrichtlinie (DWD) vorgelegt, über den die Abgeordneten und die EU-MinisterInnen verhandeln sollen.

In der Richtlinie geht es um die Festlegung von Qualitätsstandards auf EU-Ebene, wie beispielsweise die Entfernung chemischer Schadstoffe und Mikrokunststoffe bei der Aufbereitung, die Festlegung von Mindestanforderungen an die Wasserqualität und die Bestimmung einer Reihe von mikrobiologischen, chemischen und Indikator-Parametern, die regelmäßig überwacht und getestet werden müssen.

Bei abgefülltem Wasser gibt es Hinweise darauf, dass das Auftreten von Mikroplastik zumindest teilweise auf den Abfüllprozess und/oder die Verpackung zurückzuführen ist, wie der WHO-Bericht hervorhebt.

Top-Meldungen aus dem Bereich Energie und Umwelt

Was hat die Welt der Energie- und Umweltpolitik in dieser Woche bewegt? CO2-Bepreisung, Fluginsekten, wasserbedingte Risiken und mehr standen auf der Agenda.

Die Kommission hat die Absicht, die Anzahl der Plastikflaschen durch die Bereitstellung von sicherem und erschwinglichem Leitungswasser zu reduzieren.

Auf EU-Ebene beschloss die Europäische Chemikalienagentur (ECHA), eine EU-weite Beschränkung der Verwendung von absichtlich hinzugefügten Mikroplastiken vorzuschlagen, um die Freisetzung von 400.000 Tonnen Mikroplastiken innerhalb von 20 Jahren zu vermeiden, nachdem 2018 eine Untersuchung eingeleitet wurde.

Im April leitete die ECHA eine öffentliche Konsultation über die sozioökonomischen Auswirkungen der schrittweisen Abschaffung von Mikroplastikfüllmaterial ein. Die Konsultation wird am 20. September abgeschlossen.

[Bearbeitet von Britta Weppner]

Unterstützt durch

IDEXX

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.