Trotz Impfung keine Reisen: Das slowakische Problem mit den Zertifikaten

Die slowakische Regierung hat es bisher nicht geschafft, landesweit einheitliche Impfzertifikate auszustellen. [peterschreiber.media / Shutterstock]

Bereits gegen COVID-19 geimpfte Slowakinnen und Slowaken dürfen vorerst noch nicht ins Ausland reisen. Der Grund: Die slowakische Regierung hat es bisher nicht geschafft, landesweit einheitliche Impfzertifikate auszustellen.

Bisher haben die Geimpften unterschiedliche Impfnachweise erhalten – je nachdem, ob sie in einem Krankenhaus oder in einem Impfzentrum geimpft wurden. Einige Ärztinnen und Ärzte haben die Nachweise offenbar auch lediglich per Hand geschrieben. Aus diesem Grund kann die Slowakei sich aktuell nicht an internationalen Abkommen über die Anerkennung von Impfungen beteiligen – was Reisen in Nachbarländer selbst für Geimpfte schwierig bis unmöglich macht.

Die Tschechische Republik, Polen, Österreich, Ungarn, Deutschland und Slowenien haben kürzlich ihrerseits ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Impfscheinen unterzeichnet, das am Samstag in Kraft getreten ist. Aufgrund der uneinheitlichen Bescheinigungen in der Slowakei konnte das Land sich daran nicht beteiligen.

Impfzertifikate: Tschechien will Einzelabkommen mit anderen EU-Staaten

Die tschechische Regierung arbeitet an „bilateralen Reiseabkommen“ mit mehreren EU-Mitgliedsstaaten. So könne bald schon quarantänefreies Reisen in Nachbarländer wie Österreich oder Deutschland möglich sein.

„Es ist ein absoluter Missstand – und darauf haben wir seit Dezember hingewiesen, als die Impfung eingeführt wurde. Wir haben die Kollegen aus dem Gesundheitsministerium gebeten, ein einheitliches Dokument zur Impfung zu erstellen. Irgendwie hat das nicht geklappt,“ kritisierte der Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, Martin Klus, im Gespräch mit dem Sender Radio Expres.

Das Gesundheitsministerium hat seinerseits mitgeteilt, man werde „in den kommenden Tagen“ eine Lösung des Problems präsentieren. Gesundheitsminister Vladimír Lengvraský versprach am Dienstag: „Ich kann allen versichern, dass die geimpften Personen noch in dieser Woche ein Dokument erhalten, das natürlich auch beim Grenzübertritt in die Nachbarländer gültig sein wird.“

Bisher sind in der Slowakei mehr als 1,4 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft; etwa die Hälfte davon hat bereits eine zweite Dosis erhalten. Weitere 220.000 Menschen sind derzeit in den „Online-Warteräumen“ für die Impfung registriert.

Kabinett beschließt neue Einreiseverordnung

Im Zuge rückläufiger Corona-Zahlen erleichtert die Bundesregierung das Reisen in Europa. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch (12. Mai) die neue Einreiseverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die insbesondere Hürden für den Urlaub von Familien abbaut.

Kurz will bei grünem Zertifikat "nicht auf die EU warten"

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat angekündigt, ein nationales Impfzertifikat schaffen zu wollen.

Sechs Fakten zu den Corona-Zertifikaten der EU

Die EU-Kommission will eine unionsweite Impfbescheinigung für Reisen aufsetzen. Das vorgeschlagene Impfzertifikat solle dabei nicht als „zweiter Reisepass“ angesehen werden. Es gibt jedoch nach wie vor Bedenken.

Subscribe to our newsletters

Subscribe