EU-Krankheitszentrum: Coronavirus-Mutationen bei Nerzen gefährdet potentiellen Impfstoff

In Nerzfarmen in Dänemark sind bei Nerzen mutierte Formen des Coronavirus entdeckt wurden. [EPA-EFE/Mads Claus Rasmussen]

Die Verbreitung von COVID-Mutationen über Nerzfarmen in Dänemark könnte die Wirksamkeit eines Impfstoffs beeinträchtigen, so eine am Donnerstag, den 12. November, vom Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veröffentlichte Risikobewertung.

Das Seuchenzentrum der EU bestätigte, dass sich COVID-19 zwischen Menschen und Nerzen verbreiten kann, und warnte, dass das Virus möglicherweise schneller Mutationen in Nerzen akkumulieren kann, die sich dann wieder auf die menschliche Bevölkerung übertragen könnten.

Die Experten führten dies auf die große Zahl von Infektionen in Nerzfarmen zurück und betonten, dass sich das Virus, einmal in eine Nerzfarm eingeschleppt, „schnell“ zwischen den Tieren „ausbreiten“ kann.

Sie fügten hinzu, dass dies möglicherweise auf biologische Unterschiede zwischen Nerzen und Menschen zurückzuführen sein könnte.

Obwohl das EU-Krankheitszentrum feststellte, dass derzeit „große Ungewissheit“ über die Art dieser Mutationen bestehe, warnte die EU-Agentur dennoch davor, dass, wenn sich diese neuen COVID-19-Varianten, die eine geringere Anfälligkeit für neutralisierende Antikörper aufweisen, in der Bevölkerung weit verbreiten würden, dies „möglicherweise das Niveau der Gesamtwirksamkeit der in der Entwicklung befindlichen Impfstoffe beeinträchtigen könnte“.

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Ferner warnten sie davor, dass die Einrichtung eines „Virusreservoirs“ unter Nerzen in Zukunft problematische Virusvarianten hervorrufen könnte.

In der Erklärung heißt es weiter, dass zusätzliche Untersuchungen über die Art dieser Mutationen und ihre Auswirkungen auf Aspekte wie die Wirksamkeit von Impfstoffen, Reinfektionen und die Verbreitung und Schwere des Virus erforderlich seien.

Das ECDC teilte mit, dass es in Zusammenarbeit mit den dänischen Gesundheitsbehörden die Entwicklungen in Dänemark daher genau beobachtet. Dänemark teilte letzte Woche mit, dass es seine Nerzpopulation von bis zu 17 Millionen Nerzen nach Aufkommen einer Mutation des Coronavirus ausmerzen werde.

Bei der Vorstellung der EU-Gesundheitsunion am Mittwoch, dem 11. November, die für den Ausbau eines EU-Rahmens für Gesundheitssicherheit und für eine Stärkung der Rolle wichtiger EU-Agenturen bei der Krisenvorsorge und -reaktion zuständig sein soll, um auf künftige grenzüberschreitende Gesundheitskrisen zu reagieren, bekräftigte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, dass die Situation in Dänemark „äußerst aufmerksam“ verfolgt wird, obwohl es sich um eine nationale Zuständigkeit handelt.

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Sie fügte hinzu, dass Infektionen bei Nerzen auch in anderen Mitgliedsstaaten und in Drittländern gemeldet worden seien.

Das ECDC umriss ihre Empfehlungen für den Umgang mit dem Ausbruch und forderte die nationalen Behörden in der EU/EWR und im Vereinigten Königreich auf, in umfangreiche Human- und Tierversuche, einschließlich der Sequenzierung und Charakterisierung der antigenen Eigenschaften und der Virusinfektiosität, zu investieren, um das Risiko für die Öffentlichkeit zu verringern.

Weiter forderten die Gesundheitsexperten, dass Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle für Nerzfarmarbeiter und Besucher umgesetzt und dass Bereitschafts- und Reaktionsstrategien, die sowohl menschliche als auch tierische Aspekte berücksichtigen, angewendet werden müssen.

Am 5. November meldete Dänemark 214 COVID-19 Fälle, die mit Virusvarianten infiziert waren, die sowohl mit Nerz als auch mit infiziertem Nerz in einer Reihe von Nerzfarmen in Zusammenhang standen. Diese Virus-Mutation wurde seither bei Menschen nachgewiesen, die in den betroffenen Gebieten leben und mit Virusstämmen infiziert waren, die vier Arten von genetischen Veränderungen des Virus aufwiesen.

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[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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