Slowakei will ab Juni mit Sputnik V impfen

In der Slowakei wird spätestens ab dem 7. Juni auch der russische Impfstoff Sputnik V verwendet. [MOHAMMED SABER/EPA]

In der Slowakei wird spätestens ab dem 7. Juni auch der russische Impfstoff Sputnik V verwendet, der nach wie vor nicht offiziell von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen ist. Das bestätigte das Regierungskabinett nach einer Sitzung am Mittwoch.

Die slowakische Führung habe Gesundheitsminister Vladimír Lengvarský beauftragt, die Impfung mit dem russischen Impfstoff ab spätestens dem 7. Juni zu ermöglichen.

Die 200.000 Dosen des russischen Impfstoffs, die bereits in der Slowakei gelagert werden, waren vor knapp drei Monaten geliefert worden. Diejenigen Impfstoffe, die für die erste Dosis vorgesehen sind, laufen im Juli ab; die für die zweite Dosis würden im August verfallen.

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Zwar ist Sputnik V noch nicht von der EMA zugelassen, der Einsatz von Impfstoffen in der Slowakei ist jedoch möglich, solange der Gesundheitsminister seine entsprechende Genehmigung erteilt.

Lengvarský hatte kürzlich in einem Interview zwar eingeräumt, dass er den russischen Stoff selbst nicht nehmen und ihn auch seiner Familie nicht empfehlen würde, diese Woche teilte der Minister hingegen mit, „dass wir uns wahrscheinlich keine Sorgen um die Sicherheit dieses Impfstoffs machen müssen“. Er bestätigte, dass die Regierung für mögliche Nebenwirkungen haften werde und dass alle mit Sputnik geimpften Personen nach der Impfung gesondert untersucht würden.

Der Deal zwischen der slowakischen Regierung und dem russischen Hersteller war vom vormaligen Ministerpräsidenten Igor Matovič vermittelt worden, der den Impfstoff nach geheimen Verhandlungen medienwirksam am Flughafen von Košice in Empfang nahm. Sein nicht abgesprochenes Handeln löste eine Regierungskrise aus, die schließlich zu Matovičs Rücktritt führte.

Das Staatliche Institut für Drogenkontrolle, das den Impfstoff bisher untersucht hat, bemängelte seinerseits fehlende Unterlagen – die seitens des russischen Herstellers bis heute nicht nachgereicht wurden.

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