Sieben EU-Länder untersuchen Privatsphäre-Verstöße von Uber

In der Taxibranche hat Uber schon deutliche Spuren hinterlassen. [Alper Çuğun/ Flickr]

Datenschutzbeauftragte aus mehreren EU-Ländern haben sich auf Uber eingeschossen: Das Unternehmen hat durch eine Sicherheitslücke in seiner Mitfahrer-App die Privatsphärerechte von Millionen Verbrauchern verletzt.

Laut einer Pressemitteilung der sogenannten Artikel-29-Datenschutzgruppe vom gestrigen Mittwoch wollen Datenschutzbeauftragte aus sieben EU-Ländern mögliche Privatsphäre-Verstöße untersuchen. Das Team wird von der niederländischen Datenschutzbehörde geführt. Ihm gehören auch die jeweiligen Beauftragten aus Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Belgien an.

Die Untersuchungen werden jedoch auf nationaler Ebene geführt und Uber würde bei Verstößen in jedem Land einzeln mit Strafen belegt werden. Der Zusammenschluss soll dabei zur Koordinierung der Aktionen dienen, teilten die nationalen Datenschutzbehörden gestern in Brüssel mit.

Bereits vergangene Woche hatte die Artikel-29-Gruppe angekündigt, man wolle das Thema Uber bei dem Treffen debattieren. Die Firma hatte am 21. November mitgeteilt, dass im Jahr 2016 persönliche Daten von 57 Millionen App-Benutzern „auf der ganzen Welt“ gestohlen wurden. CEO Dara Khosrowshahi gab dabei zu, ihr Unternehmen habe die Verbraucher sowie die Fahrer nicht unverzüglich über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Eine Uber-Sprecherin wollte sich gegenüber EURACTIV nicht zur neuen Datenschutz-Task-Force äußern und unterstrich, sie habe keine Informationen darüber, wieviele der besagten 57 Millionen Betroffenen in Europa leben.

Während eine Sprecherin der französischen Datenschutzbehörde sagte, ihr lägen ebenfalls noch keine genauen Daten vor, erklärte die britische Behörde ICO am Mittwoch, in Großbritannien seien 2,7 Millionen Benutzerkonten vom Sicherheitsleck bei Uber betroffen. Man warte noch auf weitere Informationen darüber, welche Daten genau gestohlen wurden.

Gefahr für öffentliche Sicherheit? London verbietet Uber

Die Londoner Verkehrsbehörde hat Uber die Betriebsgenehmigung entzogen – wegen fehlende Nutzersicherheit und einem „Mangel an Unternehmensverantwortung“.

Uber hatte vergangene Woche mitgeteilt, Hacker hätten unter anderem Benutzernamen, E-Mail-Adressen und Handynummern erbeutet.

Aus Berlin, wo Uber in Deutschland registriert ist, gab es bisher ebenfalls noch keine Angaben zur Zahl der betroffenen deutschen User. In Deutschland überwachen die 16 Datenschutzbehörden der Bundesländer die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien durch Firmen, während die Bundesbehörde für die Überwachung des Datenschutzes bei öffentlichen Stellen zuständig ist.

Auf EU-Ebene müssen Unternehmen beim Bruch von EU-Datenschutzrechten in Zukunft mit sehr viel höheren Strafzahlungen rechnen: Die neue Datenschutzrichtlinie tritt im Mai 2018 in Kraft. Mit ihr wird den Mitgliedstaaten erlaubt, Bußgelder zu verhängen, die bei bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des globalen Umsatzes des Unternehmens liegen können – je nach dem, welcher Wert höher ist.

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