Sieben EU-Länder starten bereits mit COVID-Zertifikat

Bahn frei: Die ersten sieben EU-Länder haben sich bereits offiziell mit dem System für das EU-Zertifikat verbunden. [Robert Avgustin / Shutterstock]

Das digitale COVID-Zertifikat der EU hat am Dienstag (1. Juni) mit dem „Go-Live“ des technischen Systems auf EU-Ebene einen weiteren Schritt gemacht. Sieben Mitgliedsstaaten haben bereits mit dem Einsatz begonnen.

Diese sieben Länder (Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Kroatien und Polen) haben sich offiziell mit dem EU-Gateway verbunden und teilweise begonnen, die ersten EU-Zertifikate auszustellen.

Eine vorläufige Einigung über das sogenannte digitale grüne Zertifikat war am 20. Mai erzielt worden. Die Regelung wird offiziell zwar erst ab dem 1. Juli angewendet, doch Länder, die die technischen Tests bestanden haben und bereit sind, Zertifikate auszustellen und zu prüfen, werden bereits jetzt aufgerufen, das System (auf freiwilliger Basis) zu nutzen.

Die Einführung hängt von den Fortschritten der einzelnen Länder ab. Im leicht hinterherhinkenden Deutschland wurden bisher beispielsweise lediglich „Pilotprojekte“ in einzelnen Regionen gestartet.

Trotz Impfung keine Reisen: Das slowakische Problem mit den Zertifikaten

Bereits gegen COVID-19 geimpfte Slowakinnen und Slowaken dürfen vorerst noch nicht ins Ausland reisen. Der Grund: Die slowakische Regierung hat es bisher nicht geschafft, landesweit einheitliche Impfzertifikate auszustellen.

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton betonte, dass sieben Mitgliedsstaaten „ein guter Anfang“ seien und ermutigte andere Länder, diesem Beispiel zu folgen.

Mit Blick auf die anstehende Tourismus-Saison erinnerte er: „Wenn die Vorbereitungen rechtzeitig abgeschlossen werden, kann das System ab dem 1. Juli, ab dem die vorgeschlagene Verordnung gilt, uneingeschränkt in Betrieb gehen, und die EU wird bis zum Sommer wieder offen sein.“

Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte die Länder ebenfalls auf, ihre nationalen Systeme zur Ausstellung, Speicherung und Überprüfung von Zertifikaten fertigzustellen, um für die Urlaubssaison gerüstet zu sein: „Die EU-Bürgerinnen und -Bürger freuen sich darauf, wieder zu reisen, und möchten dies in aller Sicherheit tun können. Das EU-Zertifikat trägt entscheidend dazu bei.“

Der lange Weg zum digitalen europäischen Impfzertifikat

Die Arbeiten zum europäischen Impfzertifikat sind abgeschlossen. Das ambitionierte Ziel lautet, den Europäern zum Sommerurlaub das Reisen wieder zu erleichtern.

Seit dem 10. Mai haben bereits 22 Länder das neue System erfolgreich getestet.

Das „EU-Gateway“ ist von den Unternehmen T-Systems und SAP entwickelt worden und im Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg angesiedelt. Die EU-Exekutive teilte mit, über das Gateway könnten „digitale Signaturen“ in den QR-Codes der Zertifikate geprüft werden, ohne dass personenbezogene Daten weitergegeben oder gespeichert werden. Die erforderlichen Signaturschlüssel sind derweil auf Servern auf nationaler Ebene hinterlegt.

EU-Justizkommissar Didier Reynders kommentierte dazu, das System zeuge „von Europas technologischer Spitzenposition unter voller Wahrung unserer Werte und Grundsätze – Datenschutz, Inklusion und Verhältnismäßigkeit.“

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic/Josie Le Blond]

"Grünes Zertifikat" besteht Tests in Kroatien

Kroatien ist das erste EU-Land, das das System für die „digitalen grünen Zertifikate“ erfolgreich getestet hat, teilte Innenminister Davor Božinović mit.

Sechs Fakten zu den Corona-Zertifikaten der EU

Die EU-Kommission will eine unionsweite Impfbescheinigung für Reisen aufsetzen. Das vorgeschlagene Impfzertifikat solle dabei nicht als „zweiter Reisepass“ angesehen werden. Es gibt jedoch nach wie vor Bedenken.

EU-Gipfel: Mini-Schritte hin zum "Impfpass" und Wut auf die Pharmaindustrie

„Es gibt einen Konsens, dass elektronische Zertifikate schnell erstellt werden müssen, damit wir sie einführen können, sobald ein ausreichender Anteil der Menschen geimpft ist,“ bestätigten EU-Quellen gegenüber EURACTIV.com.

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